Verunsicherte Anleger Dax schließt stark im Minus

Enttäuschende Unternehmenszahlen, schwache Konjunkturdaten und Drohungen von US-Präsident Trump gegen China haben den Dax auf den tiefsten Stand seit sechs Wochen gedrückt.

Frankfurter Börse
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Zahlreiche negative Faktoren haben an den Börsen zu herben Verlusten geführt. Der Dax Chart zeigen sank um 2,2 Prozent auf 12.147 Punkte und verbuchte den größten Tagesverlust seit einem halben Jahr. Der EuroStoxx 50 Chart zeigen büßte 1,6 Prozent auf 3465 Zähler ein. Der US-Standardwerteindex Dow Jones Chart zeigen lag zum Börsenstart in den USA ebenfalls deutlich im Minus.

Ein Grund für die schlechte Stimmung waren Händlern zufolge miese Konjunkturdaten. Laut Bundesagentur für Arbeit ist die Nachfrage nach Mitarbeitern in vielen Betrieben bereits deutlich gesunken. Und laut der vom Marktforschungsinstitut GfK monatlich erstellten Konsumklimastudie nahm die Kauflaune der Verbraucher im Juli zum dritten Mal in Folge ab.

Hinzu kamen schlechte Firmendaten. Die Fluggesellschaft Lufthansa Chart zeigen könne ihre Kosten nicht so stark senken wie erwartet, sagte ein Händler. Aktien des Konzerns schlossen sechs Prozent im Minus. Auch die Titel des Dialyse-Spezialisten Fresenius Medical Care rutschten nach schwachen Quartalszahlen um 5,3 Prozent ab. An der Wall Street stürzten die Titel von Under Armour nach einer gekappten Umsatzprognose um bis zu 20 Prozent ab.

Auch die scharfe Rhetorik von Donald Trump im Handelsstreit gegen China trübte die Stimmung. Zum Auftakt einer neuen Verhandlungsrunde zur Lösung des Zollstreits warnte der US-Präsident China vor einer Hinhaltetaktik. Schlimmstenfalls könne das Land am Ende ganz ohne Handelsabkommen mit den USA dastehen, drohte er.

Sorgen bereitete Investoren ferner das drohende Chaos um den Brexit. Der neue Premierminister Boris Johnson forderte von der EU Kompromisse bei der Frage der künftigen Beziehungen. Ansonsten werde sein Land die Staatengemeinschaft zum 31. Oktober ohne Deal verlassen, bekräftigte er. Am Devisenmarkt fiel das Pfund Sterling erneut auf ein Zweieinhalbjahrestief und verbilligte sich auf bis zu 1,2117 Dollar.

ssu/dpa/Reuters



insgesamt 2 Beiträge
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epsilon 30.07.2019
1. es rappelt im karton
Ich finde es eher überraschend, dass der DAX (und nicht nur dieser) nicht bereits 30% tiefer steht. Bei den täglichen Meldungen zu Insolvenz, Stellenabbau, Gewinnwarnungen etc. dürfte mittlerweile auch der letzte Privatanleger gemerkt haben, dass der nächste Crash unvermeidbar ist und kurz bevorsteht. Bald wird Merkel wieder vor der Kamera stehen und propagieren, dass die Bankeinlagen sicher sind. Wer das Kleingedruckte liest weiß natürlich, dass das nicht der Fall ist. Rette sich wer kann!
Watschn 30.07.2019
2. Abwarten u. schlau bei Tiefs anlegen....
Warum nicht langsam für den Herbst solide, Britische Aktien-Werte mal ansehen, welche obendrein noch dividendenstark sind? Der Pfundkurs zum Euro ist wie der Pfundkurs-US-Dollar kräftig am Sinken, u. bereits schon auf aktuellen Tiefstkursen. Vielleicht noch ein wenig warten, bis zum Showtime Deal-Brexit o. No-Deal-Brexit; wenn der Entscheid im Oktober reif wird und die Wechselkurse wie Aktien infolge Brexit neue Tiefs erreichen, dann wäre es Zeit am brit. Aktienmarkt Zeit zuzuschlagen. Z.B für solide, eher konjunkturunabh. Einzelwerte wie BAT, Diageo, Glaxo-Smith-Kline, Imperial Brands, Easyjet, HBSC, LSE Group, Tesco, Unilever.. Oder direkt in den breiten gestreuten brit. Markt mit einem ETF auf den FTSE 100. Relativ grosse Kurs-Chancen bei stark bis irrwitzig gefallenen globalen brit. Aktien (insb. bei einem No-Deal-Brexit mit ca. zu erwartenden -20-30% Crash vom heutigen, bereits schwachen brit. Aktienmarkt-Niveau) mit evtl. zusätzl. potenziell steigendem Pfundkurs wären intakt.
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