Sorgen um Konjunktur Dax schließt erstmals seit einem Jahr unter 9000 Punkten

Die Angst vor einem Abschwung in Deutschland macht sich an der Börse bemerkbar. Erstmals seit fast zwölf Monaten hat der Dax unter 9000 Punkten geschlossen.

Anzeigetafel an der Frankfurter Börse: Sorge vor Abschwung
DPA

Anzeigetafel an der Frankfurter Börse: Sorge vor Abschwung


Frankfurt am Main - Schwache Börsendaten aus den USA und pessimistische Konjunkturprognosen lassen deutsche Aktienhändler vorsichtiger werden. Erstmals seit Ende Oktober 2013 hat der Dax Chart zeigen unter der Marke von 9000 Punkten geschlossen. Der Dax beendete den Handel mit einem Abschlag von einem Prozent bei 8995 Punkten.

Zuletzt hatte der Internationale Währungsfonds (IWF) vor einer neuen Weltwirtschaftskrise gewarnt. Auch die Schätzung für das Wachstum in Deutschland fiel erheblich skeptischer aus als bisher. Der Fonds rechnet nur noch mit einem Wirtschaftswachstum in diesem Jahr von 1,4 Prozent und im kommenden Jahr von 1,5 Prozent. Das entspricht für 2014 einer Absenkung um einen halben Prozentpunkt und für 2015 um 0,2 Prozentpunkte.

Grund für die pessimistischere Prognose dürften auch die zahlreichen internationalen Krisen sein. So machten Händler die sich zuspitzenden Konflikte im Nahen Osten sowie in der Ukraine und die deutlich schwächeren Wirtschaftsperspektiven für die Talfahrt an den Börsen verantwortlich. Die US-Börsen erlitten am Vorabend aus Sorge um die Weltkonjunktur deutliche Verluste.

Zuletzt war der Deutsche Aktienindex am 8. August im Tagesverlauf erstmals seit fünf Monaten unter 9000 Punkte gefallen. Auslöser waren damals bereits die internationalen Krisen. Davon hatten sich die Börsen aber erholen können, weil der Optimismus wieder stieg. Am 19. September erreichte der Dax im Handelsverlauf sogar wieder 9891 Punkte.

Im Dax sind die Werte der 30 wichtigsten börsennotierten deutschen Unternehmen zusammengefasst. Während der Finanzkrise war der Leitindex im März 2009 innerhalb kurzer Zeit auf unter 3700 Punkte gefallen. Sorgen um die Rezession und die maroden Staatsfinanzen beherrschten damals die Debatten der Anleger.

bos/mmq/dpa



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MJM1605 08.10.2014
1. Gottes Plan....
Die Börsen werden von den ganz großen Finanz Playern in orchestrierten Aktionen manipuliert. Sie sorgen für schönes und schlechtes Wetter. Solange keine ganz katastrophalen Nachrichten, wie die Suprimekrise 2008 auftauchen, sind Meldungen kleinerer Konflikte wie die Ukraine und/oder die ISIS nur willkommene Gelegenheiten die generelle Angst zu schüren und für sich zu nutzen. Fatal ist dass diesen Playern durch ihre Manipulationen der Märkte (durch Leerverkäufe) immer neues und immer mehr Spielgeld seitens der Zentralbanken, die sich auch von provozierten und gesteuerten Abrutschen der Aktienkursen und gestreuten Negativmeldungen seitens der Weltkonjunktur ängstigen und beeindrucken lassen, zur Verfügung gestellt bekommen um damit regelmäßig noch stärker die Märkte zu manipulieren. Denn in die Wirtschaft und damit in Wachstum und darüber sollten sich alle Zentralbanken und Politiker im klaren sein, fließen diese neu gedruckten Geldmittel schon lange nicht mehr. Ein sich stetig verschlimmernder Teufelskreis, der langfristig der Weltwirtschaft tatsächlich schweren Schaden zufügt und zudem den Wert des Geldes weltweit vernichtet. Tatsächlich gelingt es diesen großen Playern dadurch, auf Kosten aller anderen, immer größere Geldmengen zu horten. Am Ende werden diese aber nichts mehr wert sein. Und wie immer in der Geschichte fügen die destruktiven Kräfte allen großen Schaden zu, am Ende zerstören sie sich aber auch immer selbst.
lotharemmerling 08.10.2014
2.
Ach Gott, ach Gott... geht das gejammere schon wieder los. Am besten gleich ein neues Rettungspaket für notleidende Aktionäre schnüren. Ich habe kein Klagen vernommen als der DAX bei der Marke von 10000 stand.
MichaelZetti 08.10.2014
3. Bei 7000 Punkten
ist es wieder an der Zeit, das eine oder andere Schnäppchen zu realisieren. Wer glaubt mittels Spekulation an das schnelle Geld zu kommen, sollte bereits verkauft haben und/oder zumindest auf fallende Kurse wetten...
w.bartz 08.10.2014
4. Das Pendel kehrt um...
Alles was exestiert ist dem Dualismus unterworfen. Nach jedem Hoch muß ein Tief folgen, weil es das Eine nicht ohne das Andere geben kann. Schon lange hätten die Börsen "down" sein müssen. Nur durch die realitätswidrige Zinspolitik und andauerndes "Gesundbeten" wurden die Kurse hochgehalten... Nun scheint wieder Normalität einzukehren... wurde auch Zeit...
w.bartz 08.10.2014
5. schrumpfendes Wachstum...
Zwar versprechen uns die Politiker ewiges Wachstum, gleichzeitig wissen diese jedoch um das Gegenteil. Die Erde (unser Planet) ist erforscht und deren Schätze sind bereits verteilt. Die Wirtschaftsbosse setzen lieber auf Spekulationsgewinne, weil diese geringer besteuert werden als schaffende Arbeit. Wenn nicht mehr oder nur sinnloses Zeugs (Handys usw) produziert wird, wächst auch der Wert, der der Erde entnommen Rohstoffe nicht mehr. Weil nur Bekloppte und Bescheuerte das Schicksal der Welt bestimmen geht es eben bergab... und diesmal mit Schwung...
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