Deal mit BYD-Konzern Sixt will 100.000 chinesische E-Autos in Dienst stellen

Im Sommer hat der chinesische Konzern BYD schon Tesla als größten E-Auto-Bauer der Welt überholt, nun soll der Angriff auf den deutschen Markt gelingen. Die Mietwagenfirma Sixt kauft im großen Stil bei den Chinesen.
BYD-Konzeptauto bei einer Automesse in Peking (2018)

BYD-Konzeptauto bei einer Automesse in Peking (2018)

Foto: ROMAN PILIPEY/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Der Autovermieter Sixt will über die kommenden Jahre rund 100.000 Elektroautos des chinesischen Herstellers BYD Auto kaufen. Eine erste Bestellung umfasst mehrere Tausend Fahrzeuge, wie Sixt am Dienstag mitteilte. Demnach sollen die ersten Fahrzeuge noch in diesem Jahr zur Verfügung stehen. Zunächst werden sie Sixt-Kunden in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und Großbritannien angeboten. Weitere 100.000 Fahrzeuge sollen in mehreren Schritten bis zum Jahr 2028 in Dienst gestellt werden.

Der Schritt ist für beide Partner bemerkenswert: Erich Sixt hatte noch vor wenigen Jahren verkündet, dass er »E-Autos keine Zukunft« gebe . Nun werden diese aber im Eiltempo zu einer wichtigen Säule im Geschäftsmodell des Konzerns.

BYD Auto wiederum ist einer der größten Autobauer Chinas und weltweit einer der größten Elektroautohersteller. Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, in den deutschen Markt einzusteigen, und sieht den Deal mit Sixt nicht zuletzt als Möglichkeit, seine Fahrzeuge potenziellen Kunden vorzuführen. »Unser Ziel ist es, die Sixt-Kunden mit unseren neuesten Produkten und Innovationen bei Elektrofahrzeugen zu begeistern«, sagte BYD-Manager Michael Shu. Zudem geben Sixt und BYD an, noch weitere Kooperationsmöglichkeiten auszuloten.

Tesla entthront

Die Zahl von 100.000 Fahrzeugen ist auch im Verhältnis zur gesamten Flottenstärke von Sixt gewaltig. Zuletzt bot der Mietwagenverleiher weltweit direkt oder über Franchisepartner etwa 240.000 Fahrzeuge an. Damit erwirtschaftete der Konzern 2021 einen Gewinn von 442 Millionen Euro. Allerdings werden die chinesischen E-Autos nicht alle gleichzeitig zum Einsatz kommen. Wie bei Mietwagenfirmen üblich bleiben die Fahrzeuge nur 6 bis 12 Monate in der Flotte, so dass "immer nur ein kleiner Teil der genannten 100.000 Fahrzeuge gleichzeitig in unserer Flotte" ist, so ein Sixt-Sprecher.

BYD Auto hatte sich bislang hauptsächlich auf Verkäufe auf dem chinesischen Binnenmarkt konzentriert, verfolgt aber seit einiger Zeit ehrgeizige Expansionsziele. Im März 2022 übertraf der Konzern erstmals die Marke von 100.000 verkauften Fahrzeugen, bis Ende des Jahres 2022 will das Unternehmen 1,5 bis 2 Millionen E-Autos verkauft haben. Das wäre eine Vervierfachung der Produktion im Vergleich zum Vorjahr. Medienberichten zufolge soll die chinesische Firma den US-Konzern Tesla im Juni bereits als größten E-Auto-Bauer weltweit abgelöst haben.

beb/dpa
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