Menschen paddeln nach Großbritannien Decathlon stoppt Verkauf von Kajaks in vier Filialen am Ärmelkanal

Immer wieder bringen sich Menschen in Gefahr, weil sie den Ärmelkanal von Frankreich nach Großbritannien in ungeeigneten Booten überqueren wollen. Einzelne Filialen von Decathlon haben nun reagiert.
Ein Decathlon-Laden in Deutschland: In französischen Filialen am Ärmelkanal gibt es keine Kajaks mehr zu kaufen (Symbolbild)

Ein Decathlon-Laden in Deutschland: In französischen Filialen am Ärmelkanal gibt es keine Kajaks mehr zu kaufen (Symbolbild)

Foto: Marijan Murat / dpa

Der Sportartikelhersteller Decathlon hat in vier Filialen an der nordfranzösischen Küste am Ärmelkanal Kajaks aus dem Verkauf genommen. Der französische Konzern begründete den Schritt mit den zahlreichen Versuchen von Geflüchteten, mit kleinen Booten über den Ärmelkanal nach Großbritannien zu gelangen. Es sollten deshalb neben Kajaks allgemein keine Boote mehr verkauft werden, die das Leben eines Menschen bei einer Überfahrt in Gefahr bringen könnten, teilte Decathlon mit.

Zur Begründung hieß es, die Sportboote seien für die Überquerung des Ärmelkanals ungeeignet und Menschen könnten ihr Leben gefährden, wenn sie es dennoch versuchten. Produkte, »die die Sicherheit auf See erhöhen, wie etwa Westen, Paddel oder Thermoschutz« würden weiterhin in Calais und Grande-Synthe verkauft, fügte die Pressestelle hinzu. Demnach war der Vorschlag, die Kajaks aus dem Angebot zu nehmen, von den Geschäften selbst gekommen.

Ein kleines Boot am Strand von Wimereux am Ärmelkanal: Immer wieder bringen sich Menschen in Gefahr

Ein kleines Boot am Strand von Wimereux am Ärmelkanal: Immer wieder bringen sich Menschen in Gefahr

Foto: PASCAL ROSSIGNOL / Reuters

Seit Freitag werden drei Menschen vermisst, die versucht hatten, den Ärmelkanal in Kajaks zu überqueren, am Tag davor waren zwei vor der Küste von Calais treibende Kajaks entdeckt und zwei Schiffbrüchige gerettet worden.

Immer wieder überqueren Menschen in kleinen Schlauchbooten den Ärmelkanal. Erst vergangene Woche meldete Großbritannien einen Tagesrekord von 1185 illegal angekommenen Migranten. Die Überfahrt ist gefährlich, vor allem weil der Meeresarm von vielen großen Schiffen befahren wird. Die französische Küstenwache hatte Anfang der Woche 272 Geflüchtete aus Seenot gerettet.

hba/dpa/AFP
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