"Deepwater Horizon"-Katastrophe US-Gericht wirft BP "grobe Fahrlässigkeit" vor

Bei der Explosion der Bohrinsel "Deepwater Horizon" starben vor vier Jahren elf Arbeiter, hunderte Millionen Liter Erdöl strömten ins Meer. Nun wurde vor einem US-Gericht die Schuldfrage geklärt.

Brennende "Deepwater Horizon": Hauptschuld trägt Energiekonzern BP
REUTERS/ U.S. Coast Guard

Brennende "Deepwater Horizon": Hauptschuld trägt Energiekonzern BP


New Orleans - Der britische Energiekonzern BP trägt nach Auffassung eines US-Bundesgerichts die Hauptschuld an der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko vor vier Jahren. Das Unternehmen habe sich "rücksichtslos" und "grob fahrlässig" verhalten und Risiken bei der Ölplattform "Deepwater Horizon" bewusst ignoriert, befand der in New Orleans ansässige Bundesrichter Carl Barbier. Auf BP könnten nun zusätzliche Strafen und Schadensersatzzahlungen in Höhe von umgerechnet bis zu 13,7 Milliarden Euro zukommen.

Der im Februar 2013 begonnene Prozess fasst die verbleibenden Zivilklagen gegen BP, den Schweizer Bohrinselbetreiber Transocean und die für die Zementarbeiten am Bohrloch verantwortliche US-Firma Halliburton zusammen. Die drei Unternehmen haben sich auch untereinander verklagt. Im Kern geht es in dem komplexen Verfahren um die Frage, wer welchen Anteil an der Verantwortung für die schlimmste Ölpest in der Geschichte der USA trägt - und wer am Ende wie viel dafür bezahlen muss.

Das Ergebnis des Prozesses in New-Orleans fiel nun eindeutig aus: Die Hauptverantwortung wies Barbier eindeutig BP zu. Der britische Ölkonzern trage einen Anteil von 67 Prozent an der Gesamtschuld. Transocean und Halliburton wies der Richter wegen fahrlässigen Verhaltens 30 Prozent beziehungsweise drei Prozent der Schuld zu. In einem nächsten Schritt legt das Bundesgericht nun die Höhe der Strafen fest.

Nach der Entscheidung des Richters brach der Kurs der BP-Aktie zeitweise um fünf Prozent ein. BP hatte sich mit Privatklägern 2012 auf eine Entschädigung über 7,8 Milliarden Dollar geeinigt. Insgesamt musste das Unternehmen nach eigenen Angaben schon mit mehr als 40 Milliarden Dollar für die Katastrophe aufkommen.

Bei der Explosion der Bohrinsel "Deepwater Horizon" am 20. April 2010 waren elf Arbeiter ums Leben gekommen, hunderte Millionen Liter Erdöl strömten ins Meer. 87 Tage dauerte es, bis BP das Leck schließen konnte. Die Küsten von fünf US-Bundesstaaten wurden verseucht, der Fischfang und der Tourismus an der Golfküste schwer geschädigt.

jbe/AFP/dpa

zum Forum...
Sagen Sie Ihre Meinung!

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.