"Deepwater Horizon"-Katastrophe Bundesrichter lässt Ölkonzern BP weiter bluten

Egal, was der Ölkonzern BP versucht, um sich nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko aus der Affäre zu ziehen: Es mag nicht recht gelingen. Ein Bundesrichter aus New Orleans zeigt jetzt einmal mehr harte Kante.
Brennende Ölplattform "Deepwater Horizon": BP zahlt Milliarden

Brennende Ölplattform "Deepwater Horizon": BP zahlt Milliarden

Foto: REUTERS/ US Coast Guard

New Orleans - Der Energiekonzern BP hat nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko vor Gericht vor vier Jahren erneut eine Niederlage kassiert. Das Unternehmen hatte Hunderte Millionen US-Dollar zurückgefordert, die BP einst von der Ölpest betroffenen Firmen als Entschädigung zugesprochen hatte. Doch daraus wird nichts: Der in New Orleans ansässige Bundesrichter Carl Barbier wies die Forderung des Ölkonzerns zurück.

Es gebe Vereinbarungen mit den betroffenen Firmen, die nicht gebrochen oder verändert werden dürften, begründete Barbier seine Entscheidung. Ein Deal sei nun einmal ein Deal. Zuvor hatte BP angeführt, dass die Entschädigungs-Vereinbarung fehlerhaft sei. Dadurch hätten Firmen mit fragwürdigem Anspruch Geld erhalten. Die Zahlungen an diese Firmen wollte sich BP nun vor Gericht zurückholen - ohne Erfolg.

Es ist nicht das erste Mal, dass Richter Barbier dem Konzern einen Strich durch seine Rechnung macht. Erst Anfang des Monats hatte er BP die Hauptschuld an der Ölkatastrophe vor vier Jahren gegeben. Das Unternehmen habe sich "rücksichtslos" und "grob fahrlässig" verhalten und Risiken bei der Ölplattform "Deepwater Horizon" bewusst ignoriert, befand Barbier damals. Durch diese Entscheidung drohen BP zusätzliche Strafen und Schadensersatzzahlungen in Höhe von umgerechnet bis zu 13,7 Milliarden Euro.

Inzwischen rechnen Experten damit, dass die Ölkatastrophe BP insgesamt an die 50 Milliarden US-Dollar kosten könnte. Bislang zahlte das Unternehmen nach eigenen Angaben schon mehr als 40 Milliarden Dollar.

Bei der Explosion der Bohrinsel "Deepwater Horizon" am 20. April 2010 waren elf Arbeiter ums Leben gekommen, hunderte Millionen Liter Erdöl strömten ins Meer. 87 Tage dauerte es, bis BP das Leck schließen konnte. Die Küsten von fünf US-Bundesstaaten wurden verseucht, der Fischfang und der Tourismus an der Golfküste schwer geschädigt.

jbe/AP
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