Brandgefahr Toyota ruft sieben Millionen Autos zurück

Der japanische Autokonzern Toyota ruft wegen Sicherheitsmängeln weltweit sieben Millionen Fahrzeuge in die Werkstatt zurück. Es bestehe Brandgefahr durch einen elektrischen Fensterheber. Betroffen sind die Modelle Corolla, Yaris und Camry.
Modell Toyota Yaris TS: Konzern muss weltweit Autos zurückrufen

Modell Toyota Yaris TS: Konzern muss weltweit Autos zurückrufen

Foto: dapd/ Toyota

Tokio - Es ist die zweite Rückrufaktion innerhalb von zwei Monaten: Toyota holt weltweit 7,4 Millionen Autos in die Inspektion. Grund dafür seien Probleme mit den elektrischen Fensterhebern, teilte der Konzern am Mittwoch mit. Zu den betroffenen Modellen gehöre der Kleinwagen Vitz, der in Deutschland als Yaris bekannt ist.

Auch die Modelle Corolla und Camry sollen überprüft werden, da bei ihnen Brandgefahr durch einen elektrischen Fensterheber bestehe. Von der Rückrufaktion sind laut Toyota   in Europa 1,39 Millionen Wagen, in den USA 2,4 Millionen und in China 1,4 Millionen Fahrzeuge betroffen.

Allein in Deutschland müssen rund 136.000 Fahrzeuge der Typen Yaris, Auris und RAV4 in die Werkstätten. Die Fensterheberschalter auf der Fahrerseite müssten überprüft und gegebenenfalls kostenfrei ausgetauscht werden, hieß es. Toyota Deutschland erklärte, dass es durch eine nicht ordnungsgemäße Dosierung von Schmiermittel zu einem Verschleiß der Fensterheberschalter kommen könnte. Die Schalter funktionierten dann nur noch schwergängig oder in Einzelfällen auch gar nicht mehr. Betroffen seien "möglicherweise" Fahrzeuge aus den Baujahren 09/2006 bis 12/2008. Die Halter sollen demnach schriftlich darüber informiert werden, sich mit ihrem Händler in Verbindung zu setzen.

Erst am Montag hatte Konkurrent Honda eine halbe Million Autos wegen eines ähnlichen Problems zurückgerufen.

Rückrufe schadeten dem Image

Toyota hatte in den vergangenen Jahren weltweit schon mehrere Millionen Fahrzeuge wegen technischer Probleme und Sicherheitsmängeln zurückrufen müssen. Erst im August mussten bei weltweit 1,5 Millionen Wagen die Spurstangen an der Hinterachse überprüft werden.

2010 musste der Konzern bei der bisher größten Aktion mehr als acht Millionen Autos wegen klemmender Gaspedale und rutschender Fußmatten in die Werkstätten rufen. Viele der gemeldeten Vorfälle von damals entpuppten sich zwar später als Fehler der Fahrer, doch die Rückrufaktionen schädigten den Ruf des größten japanischen Autobauers und ließen die Verkäufe einbrechen.

Hinzu kamen 1,5 Millionen Wagen, bei denen die Bremsen wegen austretender Bremsflüssigkeiten versagen konnten. Seit diesen Problemen ist Toyota sehr sensibel bei Fehlern und hat bereits mehrfach freiwillig Rückrufe gestartet. So soll ein neuerlicher Imageschaden vermieden werden.

mmq/AFP/Reuters

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