Lieferdienst Deliveroo zieht sich aus Deutschland zurück

Schon am Freitag ist Schluss: Der Lieferdienst Deliveroo gibt sein Geschäft in Deutschland auf. In anderen Märkten soll es weitergehen.

Deliveroo-Fahrer in Berlin (April 2018)
DPA

Deliveroo-Fahrer in Berlin (April 2018)


Der britische Lieferdienst hat sein Aus auf dem deutschen Markt bekanntgegeben. In einer Mitteilung an die Kunden schrieb das Unternehmen, dass diese Entscheidung "nicht einfach" gewesen und "nicht leicht gefallen" sei. Deliveroo wolle sich nun auf andere Märkte konzentrieren und dort das Geschäft ausbauen.

Als Grund nannte das Unternehmen in einer Pressemitteilung, dass sich der Umsatz auf diesen Märkten verdoppelt habe. Dabei gehe es um andere europäische Länder sowie die Asien-Pazifik-Region. Das Geschäft in Deutschland werde mit Ablauf des 16. August eingestellt.

Deliveroo mit Hauptsitz in London wurde 2013 gegründet und ist nach dem Ausstieg in Deutschland noch in 13 Ländern aktiv.

Im deutschen Markt der Essenlieferdienste ist der Konkurrent Takeaway.com aus den Niederlanden besonders stark. Takeaway fügte im Frühjahr zu seiner Marke Lieferando das Deutschland-Geschäft von Delivery Hero hinzu. Nach der Übernahme gehören zu der Gruppe neben Lieferheld auch Pizza.de und Foodora.

Lesen Sie hier: Takeaway.com schluckt Delivery Hero - Das Ende der Pizzaschlacht

Deliveroo habe dafür gesorgt, dass Fahrer, Restaurants und Mitarbeiter "angemessene" Vergütungs- und Kulanzpakete erhielten, hieß es ohne nähere Details in der Mitteilung. Es ist allerdings noch unklar, wie es genau für die Fahrer weitergeht. Sie arbeiten freiberuflich für das Unternehmen.

Tatsächlich war das Unternehmen in der Vergangenheit immer wieder für seine Arbeitsbedingungen der Fahrer kritisiert worden. In Deutschland etwa hatte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) im Februar mit Blick auf Lieferdienste wie Deliveroo gefordert, ein "sozialpolitischer Wilder Westen" müsse bei der Arbeit über digitale Plattformen verhindert werden.

fdi/kko/dpa



insgesamt 53 Beiträge
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Teutonengriller 12.08.2019
1. Merkwürdiges Geschäftsmodell
Ist mir sowieso ein Rätsel, wieso ich bei so einem Service bestellen soll, wenn ich jeden Pizzaservice direkt anrufen kann. Na ja die jetzt freigesetzten Deliveroo Sklaven können ja Juicer beim Scooter Dienst werden. Ich glaube bei diesen Beschäftigungen ist man selbst auf einem Kreuzfahrtschiff besser dran
territrades 12.08.2019
2.
Zitat von TeutonengrillerIst mir sowieso ein Rätsel, wieso ich bei so einem Service bestellen soll, wenn ich jeden Pizzaservice direkt anrufen kann. Na ja die jetzt freigesetzten Deliveroo Sklaven können ja Juicer beim Scooter Dienst werden. Ich glaube bei diesen Beschäftigungen ist man selbst auf einem Kreuzfahrtschiff besser dran
Als Fahrer für den Lieferdienst bekommt man wenigstens noch Trinkgelder, die meisten Leute die ich kenne geben jedenfalls welches. Jobs ohne Endkundenkontakt sind da noch schlechter dran.
Kaffeeforyou 12.08.2019
3.
dieses Geschäftsmodell kann nur funktionieren, wenn es genügend dumme gibt, die auch beim wirklichen Erzeuger bestellen und nicht direkt bei einem pysodo Erzeuger.
gewappnetTS 12.08.2019
4.
Zitat von TeutonengrillerIst mir sowieso ein Rätsel, wieso ich bei so einem Service bestellen soll, wenn ich jeden Pizzaservice direkt anrufen kann. Na ja die jetzt freigesetzten Deliveroo Sklaven können ja Juicer beim Scooter Dienst werden. Ich glaube bei diesen Beschäftigungen ist man selbst auf einem Kreuzfahrtschiff besser dran
Also hier ist das so, dass Lieferando (also der jetzige Quasi-Monopolist) nur die zentrale Vermittlungsplattform ist, die mir anzeigt, welche Services es gibt, die zu meiner Adresse liefern und welche Gerichte/Küchen ich da bekomme. Die eigentliche Lieferung wird dann nicht von "Lieferando-Sklaven" durchgeführt, sondern von dem jeweiligen Service selbst. Für die Services wird so ein komplettes Bestell- und Bezahlsystem geboten, was sie sonst selbst implementieren und anbieten müssten, und für die Kunden ein einheitlicher Webmarktplatz für Essens-Services.
tepchen 12.08.2019
5.
Zitat von gewappnetTSAlso hier ist das so, dass Lieferando (also der jetzige Quasi-Monopolist) nur die zentrale Vermittlungsplattform ist, die mir anzeigt, welche Services es gibt, die zu meiner Adresse liefern und welche Gerichte/Küchen ich da bekomme. Die eigentliche Lieferung wird dann nicht von "Lieferando-Sklaven" durchgeführt, sondern von dem jeweiligen Service selbst. Für die Services wird so ein komplettes Bestell- und Bezahlsystem geboten, was sie sonst selbst implementieren und anbieten müssten, und für die Kunden ein einheitlicher Webmarktplatz für Essens-Services.
Das kommt darauf an, auch Lieferando beschäftigt eigene Fahrer. Die Restaurants/Imbissbuden etc. können sich den Umfang der Lieferando-Leistungen aus Bausteinen selbst zusammen stellen. Ich finde übrigens den Begriff "Lieferando-Sklave" etwas daneben, wenn es Leute gibt die für das gezahlte Geld arbeiten kann es ja nicht zu wenig sein. Es wird niemand gezwungen für Lieferando zu arbeiten, nein auch kein Hartz-4ler bekommt das vom Arbeitsamt angeboten.
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