Rocket-Internet-Beteiligung Delivery Hero kauft türkischen Online-Imbiss

Rocket Internet wettet viel Geld auf das Geschäft mit der Lieferung von Mahlzeiten und Lebensmitteln im Internet. Jetzt hat Konzernchef Oliver Samwer die nächste Übernahme bekannt gegeben - für mehr als eine halbe Milliarde Euro.

Website von Yemeksepeti (Screenshot): 500 Millionen Euro für den Marktführer
Yemeksepeti

Website von Yemeksepeti (Screenshot): 500 Millionen Euro für den Marktführer


Von Burger bis Pizza: Der nächste Wachstumsmarkt im Internet könnte das Liefern von Mahlzeiten und Lebensmitteln sein - und der Berliner Start-up-Entwickler Rocket Internet will damit viel Geld verdienen. "Es wird dort jede Menge Wachstum geben", sagte Rocket-Chef Oliver Samwer in London und gab die Übernahme des Lieferdienstes Yemeksepeti bekannt.

Die Rocket-Beteiligung Delivery Hero ("Lieferheld") bezahlt für den türkischen Marktführer 529 Millionen Euro. Rocket forme so die weltweit größte Online-Imbiss-Gruppe außerhalb Chinas, sagte Samwer.

Das Unternehmen baut Online-Firmen auf, in der Regel sind es Kopien erfolgreicher US-Vorbilder. Neben Essen-Lieferdiensten liegt der Schwerpunkt beim Handel mit Mode und Möbeln. Rocket war erst im Februar mit 30 Prozent bei Delivery Hero eingestiegen - für knapp eine halbe Milliarde Euro. Inzwischen liegt der Anteil bei 40 Prozent. Ebenfalls zur Gruppe gehört der Lieferdienst Foodpanda.

Börsengang kostet Rocket Internet viel Geld

Rocket war im Oktober an die Börse gegangen, auf Gewinn hofften die Investoren aber vergeblich. Die Rocket Internet SE machte 2014 bei einem Umsatz von 104 Millionen Euro knapp 46 Millionen Euro Verlust - nach einem Gewinn von mehr als 147 Millionen Euro im Vorjahr. Das Unternehmen führt das Ergebnis auf den Börsengang zurück und darauf, dass es im vergangenen Jahr keine größeren Firmenverkäufe gab. Samwer sprach von einem exzellenten Jahr.

Seine zwölf erfolgreichsten Beteiligungen - wie der Lebensmittellieferant HelloFresh und der Möbelhändler Home24 - konnten ihre Umsätze im vergangenen Jahr um 82 Prozent steigern, bei sämtlichen Onlineshops waren es sogar 195 Prozent.

Wann einzelne Unternehmen die Gewinnschwelle erreichen, wollte Samwer nicht verraten. "E-Commerce-Firmen brauchen etwa sechs bis neun Jahre vom Start bis zur Profitabilität", sagte er nur. Man sei sicher, hier auf Kurs zu sein. Seit dem Börsengang habe man den Wert der wichtigsten Beteiligungen um 2 Milliarden Euro auf 4,6 Milliarden Euro erhöht.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Textes hieß es in der Überschrift, Rocket Internet habe Yemeksepeti übernommen. Das ist so nicht korrekt. Tatsächlich hat Delivery Hero - wie im Text beschrieben - den türkischen Marktführer übernommen. Rocket Internet ist mit 40 Prozent an Delivery Hero beteiligt.

nck/dpa

insgesamt 2 Beiträge
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penie 05.05.2015
1. Liefern im Internet?
Was ist das wieder für eine unsinnige Überschrift? Bestellt wird im Internet, geliefert wird hoffnungsvollerweise in echt. Virtuelle Burger machen nicht wirklich satt.
bauigel 06.05.2015
2. Alles eine Luftnummer
Für Geschäftstüchtigkeit eine 1, für Sozialkompetenz und Moral eine 6. Erst wird mit der Abzocke von Kindern und Jugendlichen Millionen verdient, und dann werden die Geschäftsideen anderer kopiert und mit dem Geldvorteil (Eigenkapital) die anderen aus dem Markt gedrängt. Und anschließend werden die Firmen obwohl sie noch riesen Verluste schreiben mit blumigsten Worten an dumme Investoren verkauft. Ob die Brüder verbrannte Erde hinterlassen interessiert sie nicht. Hauptsache sie haben wieder zig-Millionen verdient. Ich frage mich wo hier der Aufschrei der Becölkerung bleibt. Wenn irgendwelche Heuschrecken ähnliches tun regt sich jeder auf. Aber hier kümmert es niemanden... und bestellt fleißig bei Zalando, Home24, .....
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