Zehn-Minuten-Lieferdienst Delivery Hero will bei Gorillas einsteigen

Gorillas liefert Lebensmittel innerhalb von Minuten nach Hause. Doch die junge Firma verbrennt in dem umkämpften Markt Millionen – jetzt plant der deutsche Daxkonzern Delivery Hero einen Einstieg.
Delivery-Hero-Chef Niklas Östberg

Delivery-Hero-Chef Niklas Östberg

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Delivery Hero / dpa

Der Berliner Online-Lieferdienst Delivery Hero plant den Einsteig beim Konkurrenten Gorillas. Das berichtet das manager magazin und beruft sich auf Insider. Delivery-Hero-Chef Niklas Östberg soll demnach zunächst rund 200 Millionen Euro investieren und später weitere 200 bis 400 Millionen Euro. Auch bestehende Investoren, darunter der chinesische Internetgigant Tencent und der US-Hedgefonds Coatue Management, sollen sich an der Runde beteiligen.

Auf Anfrage des manager magazins hielten sich beide Unternehmen bedeckt. Eine Delivery-Hero-Sprecherin erklärte, man kommentiere keine »Marktgerüchte«. Auch ein Gorillas-Sprecher erklärte, man kommentiere »keine Spekulationen über Finanzierungsrunden«.

Gorillas könnte Kapital gebrauchen

Delivery Hero ist besonders stark unterwegs in Asien. Fast die Hälfte der Erlöse entfällt auf dortige Märkte. 2019 hatte das Berliner Unternehmen sein gesamtes Deutschlandgeschäft verkauft. In Europa war Delivery Hero in den vergangenen Jahren vor allem in nord- und osteuropäischen Ländern mit lokalen Marken unterwegs. Seit Mai dieses Jahres wagt Östberg unter der Marke Foodpanda den Wiedereintritt auf dem schwer umkämpften deutschen Markt. Dabei bietet das Unternehmen sowohl Restaurant- als auch Lebensmittellieferungen des täglichen Bedarfs an.

Unter dem Strich machte der deutsche Daxkonzern in den ersten sechs Monaten einen Verlust von mehr als 918 Millionen Euro, wie das Unternehmen an diesem Donnerstag mitteilte. Das war ein doppelt so hohes Minus wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres, als der Fehlbetrag 448 Millionen Euro betrug. Allerdings wächst das Unternehmen stark: 1,22 Milliarden Bestellungen verzeichnete Delivery Hero im ersten Halbjahr und damit mehr als doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum. Auch den Umsatz konnte der Konzern verdoppeln: auf 2,68 Milliarden Euro.

Das Berliner Start-up Gorillas lockt seit vergangenem Jahr seine Kunden mit dem Versprechen, Lebensmittel zu Supermarktpreisen, in rund zehn Minuten zu liefern. Ähnliches bieten Konkurrenten wie Flink oder Grovy. Für Gorillas-Chef Kağan Sümer wäre eine Kapitalspritze extrem wichtig, um das hohe Wachstumstempo weiter finanzieren zu können.

hej/dpa
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