PC-Hersteller Aktionäre billigen Übernahme durch Michael Dell

Michael Dell ist am Ziel: Die Aktionäre des Computerherstellers haben die Offerte des Firmengründers akzeptiert. Der 25 Milliarden Dollar schwere Deal ist einer der größten des Jahres.
Firmengründer Dell: "Ich bin zufrieden mit dem Ausgang"

Firmengründer Dell: "Ich bin zufrieden mit dem Ausgang"

Foto: LUCAS JACKSON/ REUTERS

Round Rock - Die Aktionäre des Computerbauers Dell haben den Rückkauf durch Gründer Michael Dell gebilligt. Sie stimmten auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am Donnerstag für das Geschäft, wie Dell unter Berufung auf eine vorläufige Auszählung der Stimmen mitteilte.

"Ich bin zufrieden mit diesem Ausgang", erklärte Michael Dell. Die Aktionäre erhalten 13,75 Dollar je Aktie plus eine Sonderdividende von 0,13 Dollar je Aktie. Insgesamt beträgt das Volumen des Geschäfts rund 25 Milliarden Dollar - es ist einer der größten Deals des Jahres.

Michael Dell hatte seit Jahresbeginn versucht, die Übernahme durchzusetzen, war dabei aber auf Widerstand von Großaktionären gestoßen. Diese sahen das Angebot als zu niedrig an. Lautstärkster Kritiker war Milliardär Carl Icahn, der den Kampf um Dell aber vor wenigen Tagen verlorengab. Unter seinem Druck erhöhten Michael Dell und der mit ihm verbündete Finanzinvestor Silver Lake ihre Offerte um eine halbe Milliarde Dollar.

Umbau nach dem Vorbild von IBM

Die Übernahme soll bis Anfang November über die Bühne gehen, sofern die Wettbewerbshüter einwilligen. Dem US-Konzern setzt zu, dass der Markt für klassische Computer stark schrumpft. Den Trend zu Tablet-PCs hat Dell verpasst. Trotz teurer Akquisitionen ist Dell noch immer stark vom Verkauf herkömmlicher PCs abhängig. Zuletzt war der Quartalsgewinn um fast drei Viertel eingebrochen, weil das Unternehmen seine Produkte nur noch mit hohen Rabatten absetzen kann.

Nun soll das Unternehmen nach dem Vorbild von IBM umgebaut werden. Die Ausrichtung soll künftig stärker auf dem Service-Geschäft für Unternehmenskunden liegen. Der komplizierte Umbau kann laut Dell am besten gelingen, wenn es keinen Druck durch Quartalsberichte gibt, wie sie an der Börse üblich sind.

Weil der PC-Markt auch 2013 und 2014 kleiner werden dürfte, gibt es vielen Experten zufolge keine Alternative zu einer umfassenden Restrukturierung. Allerdings fürchten manche Analysten, dass sie für Dell zu spät kommt. Denn der Service-Bereich für Unternehmen ist bereits von IBM und Hewlett-Packard besetzt.

cte/dpa/Reuters
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