Übernahmeschlacht Großinvestor Icahn gibt Kampf um Dell auf

"Es ist fast unmöglich, diese Schlacht zu gewinnen": Milliardär Carl Icahn gibt den Kampf um die Kontrolle über den Computerkonzern Dell auf. Der Starinvestor teilt nochmal gegen die Konzernspitze aus. Doch der Weg für Firmengründer Michael Dell ist jetzt frei.

Aktionärsaktivist Icahn: "Immer noch dagegen"
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Aktionärsaktivist Icahn: "Immer noch dagegen"


New York - Der Übernahmekampf um den PC-Hersteller Dell ist offenbar beendet. Der Großaktionär Carl Icahn erklärte in einem am Montag veröffentlichten Brief an die Aktionäre, er werde keine weiteren Anstrengungen unternehmen, um den Rückkauf durch Unternehmensgründer Michael Dell zu verhindern. "Gleichwohl sind wir immer noch dagegen", schrieb Icahn, der für sein aggressives Vorgehen bekannt ist.

Dell will das Unternehmen für 25 Milliarden Dollar von der Börse nehmen und ohne Druck der Märkte fit machen für den Siegeszug der Tabletcomputer - ein Gebiet, auf dem Dell bislang nicht erfolgreich war. Icahn teilte mit, er wolle den gebotenen Kaufpreis vor Gericht überprüfen lassen. Er sei weiterhin der Auffassung, dass dieser zu niedrig sei. "Aber wir haben eingesehen, dass es fast unmöglich ist, die Schlacht zu gewinnen", erklärte der Dell-Großaktionär.

Icahn hatte alternativ einen milliardenschweren Aktienrückkauf durchsetzen wollen, war mit seinen Anträgen vor Gericht aber gescheitert. Am Donnerstag stimmen die Dell-Aktionäre über das Übernahmeangebot ab. Der Verwaltungsrat hatte angesichts der Gegenwehr durch Icahn die Abstimmung mehrfach verschoben und zwischenzeitlich die Regeln geändert.

Für das Direktorium fand Icahn scharfe Worte: Dessen Einstellung erinnere ihn an die Worte von Clark Gable am Ende des Films "Vom Winde verweht": "Ehrlich gesagt, meine Liebe, das ist mir egal." Ähnliches gilt derzeit offenbar für Aktionäre: Dell-Aktien Chart zeigen lagen am Montag weitgehend unverändert in einem positiven Umfeld.

dab/Reuters/dpa/AFP

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