Legendäre Elektro-Marke Unternehmer Artur Braun ist tot

Vom Rasierer bis zum "Schneewittchensarg" - der Elektrokonzern Braun steht für zahlreiche Designklassiker. Den Wandel des Familienunternehmens zur Kultmarke leitete Artur Braun mit seinem Bruder ein. Nun ist er im Alter von 88 Jahren gestorben.

Industriepionier Artur Braun: Erfindungsreicher Techniker mit Sinn für funktionales Design
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Industriepionier Artur Braun: Erfindungsreicher Techniker mit Sinn für funktionales Design


Schwalbach am Taunus - Der Elektrounternehmer Artur Braun ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Das teilte eine Sprecherin des Konsumgüterkonzerns Procter & Gamble mit, zu dem Braun mittlerweile gehört.

Artur Braun und sein 1992 verstorbener Bruder Erwin hatten das von ihrem Vater gegründete Unternehmen nach dessen Tod Anfang der fünfziger Jahre übernommen. In nur acht Monaten gaben sie der Braun- Produktfamilie - von der Küchenmaschine bis zur Musiktruhe - ein komplett neues Gesicht. Klare funktionsgerechte Formen lautete ihr Credo. Verantwortlich für das Design waren der Bühnenbildner und Filmregisseur Fritz Eichler und der Designer Dieter Rams - Braun wurde innerhalb kürzester Zeit zu einer weltweit bekannten Marke.

Aus dem Unternehmen, das nach dem Krieg gerade einmal 150 Menschen beschäftigte, schmiedeten die Brüder einen Konzern mit zeitweise 5700 Mitarbeitern. 1967 verkauften sie das Unternehmen an den US-Konzern Gillette, der 2005 von dem Konsumgüterriesen Procter & Gamble übernommen wurde.

Eines der populärsten Produkte waren Elektro-Rasierer, an deren Entwicklung Artur Braun beteiligt war. Zur mit vielen Designpreisen ausgezeichneten Palette gehörten zudem Küchengeräte und Musikanlagen wie der Braun SK 4, der wegen seines Acryldeckels auch als "Schneewittchensarg" bezeichnet wurde. Braun-Geräte werden inzwischen auch im New Yorker Museum of Modern Art ausgestellt, als ein Erbe ihres puristischen Designs gelten viele Produkte von Apple.

dab/dpa



insgesamt 15 Beiträge
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Pollowitzer 20.11.2013
1. vaya con dios...
...Artur B. BRAUN war immer eine Edelmarke von besonderer Qualität - habe zahlreiche BRAUN-Geräte die teilweise über 30 Jahre alt sind und einwandfrei funktionieren - als Nassrasierer aber keinen Rasierer - hatte auch mal Boxen von BRAUN - nur als "Schneewitchensarg" kenne ich nur den Messerschmitt Kabinenroller.
dr.mopped 20.11.2013
2. Schneewittchensarg
Die Produkte hatten wirklich ein zeitlos schönes und schlichtes Design. Ich empfehle meinem Vorredner noch das Wort "Schneewittchensarg" mal bei Wikipedia einzugeben. Mir war zuerst der Volvo P1400 eingefallen.
etude 20.11.2013
3. Direkt neben mir…
…toastet mein Braun HT1 von 1961 unter Kontrolle mein Graubrot. Die automatische Abschaltung gab es damals noch nicht, das Gerät ist deshalb durchaus in der Lage, Getreide in Kohle zu verwandeln. Das Design ist wie bei allen Braun-Geräten dieser Zeit umwerfend schlicht und funktionell, nicht umsonst steht das Teil auch im MoMA. Der Niedergang begann mit dem Verkauf an Gilette, trotzdem gebührt den Gebrüdern Braun höchste Anerkennung für den Mut, hochwertige Geräte mit Charakter produziert zu haben.
mariowario 20.11.2013
4. optional
Apple wird nie die Reinheit eines Braun Designs von Dieter Rams erreichen - allein der Taschenrechner ist kaum zu verbessern (Apple hat schon sehr abgebaut in den letzten Jahren - mehr Poser-Spielzeug mit BlingBling-Spiegeln, etc.; zudem waren Braun-Produkte über Jahrzehnte haltbar).
tedtenhoff 20.11.2013
5. Schneewittchensarg
Eigentlich wollte ich hier über den naturgetreuen Klang des Schneewittchensargs schreiben. Aber das würden wohl nur die Leser verstehen, die den "Sägezahn" der digital aufgenommenen Musik noch wahrnehmen.
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