Desolate Finanzlage LBBW-Mitarbeiter müssen mit Stellenabbau rechnen

Der größten deutschen Landesbank steht ein radikales Sparprogramm ins Haus. Die LBBW-Eigentümer haben einem Zeitungsbericht zufolge ein Konzept von Bankchef Hans-Jörg Vetter beschlossen, das den Abbau von 2500 Stellen vorsieht - bebtriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen.

Landesbank Baden-Württemberg: Einsparungen von 700 Millionen jährlich geplant
AP

Landesbank Baden-Württemberg: Einsparungen von 700 Millionen jährlich geplant


Stuttgart - Die finanziell schwer angeschlagene Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) wird 2500 Stellen streichen. Die Jobs sollen bis zum Jahr 2013 wegfallen. Um wieder in die schwarzen Zahlen zurückzukehren, sollen in diesem Zeitraum jährlich rund 700 Millionen Euro eingespart werden, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur dpa am Donnerstag in Stuttgart aus Kreisen der CDU/FDP-Koalition. Die Eigentümer der LBBW berieten derzeit über einen entsprechenden Plan von Vorstandschef Hans-Jörg Vetter, berichtete die "Stuttgarter Zeitung". Das laufende Geschäftsjahr werde voraussichtlich mit einem Minus von 1,8 Milliarden Euro abgeschlossen.

Der Stellenabbau wird dem Bericht zufolge wohl nicht ohne betriebsbedingte Kündigungen zu schaffen sein. Man sei nicht mehr in einer Situation, in der man wählen könne, wurde ein hochrangiger Landespolitiker von der Zeitung zitiert. Darüber hinaus sollen dem Bericht zufolge wichtige Tochtergesellschaften auf die Verkaufsliste kommen, darunter die Immobiliengruppe und voraussichtlich auch das Leasinggeschäft. Dort seien jeweils mehrere Hundert Mitarbeiter beschäftigt.

Gegenwärtig arbeiten insgesamt gut 13.600 Mitarbeiter bei der LBBW. Eigentümer der Bank sind das Land Baden-Württemberg, die Sparkassen und die Stadt Stuttgart. Die Landesbank hatte Ende August zwar für das erste Halbjahr 2009 einen Gewinn von 215 Millionen Euro ausgewiesen - nach einem Verlust von 181 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum - hatte aber keine Prognose für das Gesamtjahr abgegeben.

Dem Institut macht derzeit vor allem die wegen der Wirtschaftskrise wachsende Zahl von Insolvenzen zu schaffen. Die Risikovorsorge für faule Kredite hatte von Januar bis Ende Juni deutlich um 717 Millionen Euro auf 740 Millionen Euro erhöht werden müssen. 2008 hatte der Verlust 2,1 Milliarden Euro betragen.

mik/dpa/AP



insgesamt 307 Beiträge
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H.Ehrenthal, 28.02.2009
1.
Zitat von sysopDie internationale Finanzkrise hat auch die deutschen Landesbanken erreicht, die zum Teil in heftige Turbulenzen geraten sind. Sollte man sie angesichts der Probleme besser schließen?
Schließen wie Tür absperren? Oder in den Konkurs schicken? ALLE Unternehmen in "D", die überschuldet ihren Verpflichtungen nicht mehr nachkommen können, sind insolvent! Fälle für den Konkursverwalter. Sinnlos, für jede Dönerbude einen eigenen Thread zu öffnen.
E. Rolle, 28.02.2009
2.
Zitat von sysopDie internationale Finanzkrise hat auch die deutschen Landesbanken erreicht, die zum Teil in heftige Turbulenzen geraten sind. Sollte man sie angesichts der Probleme besser schließen?
Andere Frage, ging in Deutschland irgend ein Mensch davon aus, dass diese Landesbanken nicht in die Schieflage geraten? Die ganze Welt ließ unkontrolliert den Casinobetrieb laufen und wegen der gut funktionierenden Nachrichtenlage über zweistellige Gewinnmöglichkeiten, wollten natürlich ALLE mitmachen. Rettet nun die Canzlerin Merkel die HRE, muss konsequent JEDE Bank in Deutschland gerettet werden. Die Canzlerin hat nicht genau erklärt, warum sie die HRE rettet, also kann die nicht geäusserte Logik dann auch für jede Bankklitsche in Deutschland gelten, ob öffentliche oder private Bank. Gleiches Recht für alle, oder gilt das jetzt nicht mehr?
Liberalitärer, 28.02.2009
3.
Zitat von sysopDie internationale Finanzkrise hat auch die deutschen Landesbanken erreicht, die zum Teil in heftige Turbulenzen geraten sind. Sollte man sie angesichts der Probleme besser schließen?
Abwickeln sofort, die Dinger sind nicht systemrelevant und fügen dem Finanzplatz Deutschland immensen Schaden zu, sei Jahren.
M. Moore, 28.02.2009
4.
Zitat von LiberalitärerAbwickeln sofort, die Dinger sind nicht systemrelevant und fügen dem Finanzplatz Deutschland immensen Schaden zu, sei Jahren.
So genommen sind keine Banken mehr systemrelevant, sie machen eh' alle was sie wollen und ordnen sich wegen der ihnen gegeben Liberalität in kein System mehr ein. Daher alle bis auf die Bundesbank schließen und abwickeln, die HRE und Commerzbank zuallererst.
Bernhard Fischer 28.02.2009
5. Shut down... wir bezahlen nicht die Krise....
Zitat von sysopDie internationale Finanzkrise hat auch die deutschen Landesbanken erreicht, die zum Teil in heftige Turbulenzen geraten sind. Sollte man sie angesichts der Probleme besser schließen?
Schließt besser die EZB, die könnte auf Milliardenforderungen aus ihren Refinanzierungsgeschäften mit Geschäftsbanken sitzen bleiben. Danach kann man weiter sehen.....
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