Deutlicher Preisanstieg Hongkongs Regierung warnt vor Immobilienblase

Es ist eine bedrohliche Entwicklung: In Hongkong sind die Preise für Wohnungen seit Jahresbeginn um bis zu 40 Prozent gestiegen - nicht zuletzt, weil Ausländer und Chinesen Rekordsummen in der Stadt investieren. Jetzt hat die Regierung eindringlich auf eine drohende Immobilienblase hingewiesen.

Skyline von Hongkong: Wohlhabende Chinesen kaufen zunehmend Wohnungen
REUTERS

Skyline von Hongkong: Wohlhabende Chinesen kaufen zunehmend Wohnungen


Hongkong - Es kommt selten vor, dass staatliche Stellen vor einem Boom warnen. Doch für die Regierung von Hongkong scheint der Preisanstieg auf dem Wohnungsmarkt inzwischen so beängstigende Ausmaße angenommen zu haben, dass sie sich gezwungen sah, vor einer Immobilienblase in der Millionenmetropole zu warnen. Die Behörden seien über die Entwicklung sehr besorgt, auch wenn sie noch nicht sichtbar sei, sagte John Tsang, Finanzminister der Sonderverwaltungsregion, am Montag vor dem Parlament.

Die Preise für Wohnimmobilien sind in der chinesischen Metropole in diesem Jahr um 30 Prozent gestiegen, Luxus-Wohnungen haben sich um 40 Prozent verteuert. In die Stadt sind zwischen Oktober vergangenen Jahres bis Mitte November 73 Milliarden Dollar aus dem Ausland geflossen - eine Rekordsumme. Für ausländische Investoren sind die niedrigen Zinsen attraktiv, zudem kaufen sich zunehmend wohlhabende Chinesen vom Festland in Hongkong ein.

Erst vor kurzem hatte Weltbankpräsident Robert Zoellick davor gewarnt, dass es angesichts der Politik des billigen Geldes der meisten Notenbanken auf vielen Märkten wieder Spekulationsblasen gebe. Er hatte dabei auch explizit auf den starken Anstieg der Immobilien- und Aktienpreise in Hongkong hingewiesen. Auch andere Experten warnten zuletzt vor einer gigantischen Spekulationsblase auf dem gesamten chinesischen Immobilienmarkt.

böl/Reuters



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