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19. März 2018, 10:26 Uhr

Ex-Bahn-Chef

Verkehrsminister Scheuer kritisiert Grube-Millionen

Mehr als zwei Millionen Euro für 30 Tage im Amt - so viel hat Rüdiger Grube im Jahr 2017 als Bahn-Chef eingestrichen. Verkehrsminister Andreas Scheuer will nun "Maß und Mitte" bei dem Staatsunternehmen einhalten.

Rüdiger Grube ist Anfang 2017 als Bahn-Chef zurückgetreten. Dennoch strich der Manager nach SPIEGEL-Informationen 2,3 Millionen Euro an Bezügen ein, für gerade einmal 30 Tage im Chefsessel.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) ist nun bemüht, sich an die Spitze des Unmuts über die Zahlung zu setzen. Das Beispiel zeige, "dass wir eine neue Kultur in den Unternehmen des Bundes brauchen", sagte Scheuer der "Bild"-Zeitung. "Wir werden mit dem neuen Aufsichtsratsvorsitzenden künftig darauf achten, dass bei solchen Verträgen Maß und Mitte eingehalten wird", kündigte der Minister an.

Dabei war das Bundesverkehrsministerium auch zur Amtszeit Grubes in CSU-Hand, sogar seit 2009. Grubes Vertrag wurde 2012 verlängert, und zwar vom Aufsichtsrat des Unternehmens. In dem Gremium ist das Verkehrsministerium in Person von Staatssekretär Michael Odenwald seit Jahren vertreten. Auch das Wirtschafts- und das Finanzministerium entsenden Repräsentanten in den Aufsichtsrat. Die Überraschung der Bundesregierung ist also etwas erstaunlich.

"Unsittliche Gehälter und Abfindungen"

Heftige Kritik äußern auch SPD und Grüne. "Wenn die Berichte stimmen, dann beweist das erneut, dass die Bahn ohne Not viel Geld zum Fenster rausschmeißt", sagte Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter. "Die Bahn hat weitaus drängendere Probleme, als den Abgang eines Chefs zu vergolden." Hofreiter forderte, der Bund müsse endlich "Einfluss auf die Bahnpolitik nehmen". Und er müsse "unsittliche Gehälter und Abfindungen ausschließen".

Unverständnis äußerte auch SPD-Fraktionsvize Sören Bartol. "Angesichts des überstürzten Abgangs 2017 erschließt sich einem nicht sofort, warum Herr Grube noch eine Millionenabfindung bekommen haben soll. Da scheinen Maß und Mitte verloren gegangen zu sein", sagte Bartol der "Bild"-Zeitung.

Grube war von 2009 bis Anfang 2017 Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn. Seit August 2017 arbeitet der 66-Jährige bei der US-Investmentbank Lazard.

beb/dpa

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