Plus von 185.000 Euro Scheuer kritisiert mögliche Gehaltserhöhung für Bahn-Vorstände

585.000 statt 400.000 Euro im Jahr: Einzelne Bahnvorstände sollen offenbar eine satte Gehaltserhöhung bekommen. "Ein falsches Signal", findet Verkehrsminister Scheuer.

Andreas Scheuer (CSU): "Deutlich gemacht, die Überlegungen zu stoppen"
Bernd Thissen/ DPA

Andreas Scheuer (CSU): "Deutlich gemacht, die Überlegungen zu stoppen"


Im Vorstand der Bahn können sich einige Topmanager womöglich auf eine satte Gehaltserhöhung freuen. Es geht um ein Plus von 185.000 Euro pro Jahr - pro Person. Ein entsprechender Vorschlag kursiere im Unternehmen, wie am Sonntag aus Aufsichtsratskreisen verlautete. Doch laut Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), dem das Staatsunternehmen untersteht, ist eine geplante Anhebung der Gehälter in dieser Größenordnung ein "falsches Signal".

"Deshalb habe ich bereits letzte Woche meinem Vertreter im Aufsichtsrat deutlich gemacht, die Überlegungen zu stoppen", sagte Scheuer der Nachrichtenagentur dpa.

Für einen Teil des bisher sechsköpfigen Bahn-Vorstands ist eine Gehaltserhöhung von 400.000 auf 585.000 Euro im Jahr vorgeschlagen. Das Kontrollgremium soll am kommenden Donnerstag darüber beraten. Zuerst hatte die "Bild am Sonntag" über die Pläne berichtet.

Der Vorschlag für die Gehaltserhöhung gehe auf ein internes Gutachten der Unternehmensberatung Kienbaum zurück, das die Vorstandsgehälter bei der Bahn untersucht habe, hieß es. Danach seien die Einstiegsgehälter für Bahn-Vorstände im Vergleich zu anderen großen Unternehmen zu niedrig. Der Plan sehe vor, die Gehälter für jene Vorstände anzuheben, die in ihrer ersten Amtszeit seien.

Insgesamt könnte der gesamte Vorstand so 1,5 Millionen Euro mehr Geld bekommen. Das entspräche einem Plus von 33 Prozent.

"Erst bessere Ergebnisse, dann bessere Vergütung"

Ein Bahnsprecher wollte sich dazu nicht äußern. Er verwies darauf, dass das Aktienrecht vorsehe, dass in bestimmten Abständen Vorstandsgehälter auf ihre Angemessenheit überprüft werden.

Ob aus der Gehaltsanpassung etwas wird, ist fraglich. Der Bund ist Eigentümer der Deutschen Bahn. Die Bundesregierung ist im Aufsichtsrat mit drei Mitgliedern vertreten. Verkehrsminister Scheuer sagte, er sei überzeugt, dass sich seiner Meinung "die weiteren Vertreter des Bundes im Aufsichtsrat anschließen" werden. Für ihn sei ein Grundprinzip ausschlaggebend, das die Leistung über alles stellt: "Erst bessere Ergebnisse, dann bessere Vergütung."

Die Bahn steht seit Langem in der Kritik, weil sie oft für Frust bei den Reisenden sorgt - sei es durch kaputte Klimaanlagen, zu wenig Platz für Fahrräder oder verspätete Züge. Im Jahr 2018 kamen insgesamt nur drei Viertel aller Fernzüge pünktlich ans Ziel. Engpässe beim Personal und auf dem Schienennetz sowie eine unzuverlässige Technik zählen unter anderem zu den Gründen.

In den ersten drei Monaten dieses Jahres hat die Deutsche Bahn rund 900 Fernverkehrszüge gestrichen, ohne dass es Ersatz für die ICEs und ICs gegeben hätte. Zudem werfen Rollstuhlfahrer der Deutschen Bahn Probleme im Umgang mit behinderten Menschen vor.

jus/dpa

insgesamt 65 Beiträge
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Lankoron 03.11.2019
1. Das wäre immer noch
deutlich weniger Geld, als die Summe, die dank Scheuer für das Maut-Fiasko bezahlt werden muss.
holzghetto 03.11.2019
2. ist ja auch nicht schlimm
jedes Jahr werden Verbindungen ausgedünnt (täglich fährt die letzte Bahn um 20.07 von Northeim nach Northausen!!!!), Tickets teurer aber jedes Jahr bekommen die Obersten immer mehr Kohle. Darunter leidet nur der Reisende.... Der Bahnverkehr befindet sich in seiner letzten Schnappatmung. Es wird Zeit das sich was ändert!
don_politicus 03.11.2019
3. Fehler in der Referenzmenge?
Vielleicht ist das Durchschnittsgehalt einfach zu hoch und sollte verringert werden? Auf Bahn-Niveau.
FescheLola 03.11.2019
4.
Nicht ein Gehalt, sondern eine GehaltsERHÖHUNG um 15.000 € im Monat. Wofür? Für vergammelnde Bahnhöfe, ausfallende Klimaanlagen, Unpünktlichkeit und Zugausfälle im großen Stil? Der Schamlosigkeit sind wahrlich keine Grenzen gesetzt.
Onkel Drops 03.11.2019
5. erst mehr Leistung dann mehr Geld?
also wirklich Herr Scheuer, lahmes inet,marode Bahn und oben druff ne Maut die kostet statt Geld einzubringen. gehen sie Mal mit gutem Beispiel voran... apropos gehen, wann gehen sie endlich?
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