Lokführerstreik Bahn bietet GDL in Tarifkonflikt Coronaprämie an

Die Lokführergewerkschaft GDL pocht auf mehr Lohn und eine Coronaprämie, nun will die Deutsche Bahn den Streikenden zumindest in einem Punkt entgegenkommen. Die Züge stehen derweil weiter still.
Fahrgäste am Berliner Hauptbahnhof vor einem abfahrenden ICE

Fahrgäste am Berliner Hauptbahnhof vor einem abfahrenden ICE

Foto: Christoph Soeder / dpa

Seit Samstag stockt abermals der Bahnverkehr in Deutschland, die Lokführergewerkschaft GDL hatte im Tarifstreit mit der Deutschen Bahn einen erneuten Bahnstreik ausgerufen. Nun könnte eine Einigung der Streitparteien ausstehen – denn die Bahn will mit einer Coronaprämie weitere Streiks abwenden.

»Mit einer Coronaprämie kommen wir einem wichtigen Anliegen der Gewerkschaften entgegen«, teilte Personalvorstand Martin Seiler am Sonntag mit. Das Geld soll laut Bahn für 2021 ausgezahlt werden. Einen Betrag nannte Seiler nicht. »Damit kann es keinen Grund mehr geben, die Rückkehr an den Verhandlungstisch zu verweigern«, fügte er hinzu. »Jetzt liegt es nur an der GDL.«

Zuvor hatte die »Bild am Sonntag« darüber berichtet. Die Bahn wolle einen »materiellen Schritt« auf die Lokführergewerkschaft zugehen, zitierte das Blatt aus Verhandlungskreisen. Nach Informationen der Zeitung hatte Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) zuvor die Verhandlungsführer der Bahn gebeten, einen Schritt auf die GDL zuzugehen.

Streik noch bis Mittwochmorgen

Seit Samstag bestreikt die Gewerkschaft zum zweiten Mal in diesem Monat den Güterverkehr, am Montag soll der Streik wieder auf den Personenverkehr ausgedehnt werden. Enden sollen die Arbeitsniederlegungen am Mittwoch um 2.00 Uhr.

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hatte unter anderem eine Coronaprämie von 600 Euro gefordert. Zu den Streitpunkten im Tarifkonflikt zählen auch die Erhöhung der Tabellenentgelte und die Laufzeit des Tarifvertrags. Gestritten wird auch über die Altersvorsorge.

Es handelt sich um die zweite Streikwelle im aktuellen Tarifkonflikt zwischen GDL und DB. Die Gewerkschaft fordert neben einer Coronaprämie in Höhe von 600 Euro eine zweistufige Lohnerhöhung von 3,2 Prozent und bessere Arbeitsbedingungen. Die Bahn bietet zwar 3,2 Prozent mehr Lohn, will die Stufen aber später umsetzen und eine längere Laufzeit.

mrc/dpa/AFP
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