Zum Inhalt springen

Finanzbedarf für die Schiene Deutsche Bahn braucht bis 2027 knapp 90 Milliarden Euro

Unpünktlich, marode, überlastet: Um das zu ändern, benötigt die Bahn sehr bald sehr viel Geld. Das sieht auch die Bundesregierung so. Dennoch ist nur für die Hälfte der Summe die Finanzierung gesichert.
Bahnbaustelle in Hamburg: Für die Hälfte der Summe ist die Finanzierung unsicher

Bahnbaustelle in Hamburg: Für die Hälfte der Summe ist die Finanzierung unsicher

Foto: Lukas Schulze / dpa

Um das Schienennetz in Deutschland wieder fit und die Bahn damit attraktiver und zuverlässiger zu machen, braucht es aus Sicht der Bundesregierung bis 2027 Gesamtinvestitionen von rund 88 Milliarden Euro. Diese Summe hat die Bundesregierung nun erneut in einer Antwort auf eine Anfrage des Linkenabgeordneten Victor Perli bestätigt. Damit deckt sich die Einschätzung der Regierung mit der des Unternehmens selbst. Nur für etwas weniger als die Hälfte der Summe – rund 43 Milliarden Euro – steht die Finanzierung im Bundeshaushalt bereits.

Der Finanzbedarf ist grundsätzlich bereits seit einiger Zeit bekannt. Der Chef der Bahngewerkschaft EVG, Martin Burkert, der auch einen Sitz im Aufsichtsrat der Bahn hat, sprach im Februar von 90 Milliarden Euro bis 2027 – und von der Notwendigkeit, »45 Milliarden Euro frisches Geld« bereitzustellen.

Die Ampelkoalition hatte diesen Restbedarf von rund 45 Milliarden Euro dann Ende März in ihrem Beschlusspapier zum Koalitionsausschuss  aufgegriffen und festgestellt: »Die Deutsche Bahn benötigt zur Deckung des Investitionsbedarfs bis zum Jahre 2027 rund 45 Milliarden Euro.« Dieser Bedarf solle »soweit finanziell darstellbar« bis 2027 auch gedeckt werden, heißt es in dem Beschlusspapier weiter. Das Geld solle unter anderem aus einer Erhöhung der Lkw-Maut kommen.

Dass das Geld wirklich fließen wird, ist damit alles andere als sicher und Gegenstand des laufenden zähen Haushaltsverfahrens, in dem Finanzminister Christian Lindner (FDP) mit den anderen Mitgliedern des Kabinetts hart um Einsparungen ringt, um die Schuldenbremse einzuhalten.

fdi/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.