Sigrid Nikutta wird Güterverkehrschefin Leiterin der Berliner Verkehrsbetriebe rückt in den Bahn-Vorstand auf

Der Personalstreit im Vorstand der Deutschen Bahn scheint entschieden: Nach SPIEGEL-Informationen will der Aufsichtsrat die derzeitige Chefin der Berliner Verkehrsbetriebe zur neuen Leiterin der Güterverkehrssparte machen.
Sigrid Nikutta kommt von den Berliner Verkehrsbetrieben

Sigrid Nikutta kommt von den Berliner Verkehrsbetrieben

Foto: Carsten Koall/ picture alliance/dpa

Der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn ist bei seinem Versuch, den schwelenden Streit im Vorstand des Konzerns zu entschärfen, einen großen Schritt weitergekommen. Der Personalausschuss des Aufsichtsrats wird an diesem Mittwoch beschließen, die derzeitige Chefin der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), Sigrid Nikutta, zum Gütervorstand der Bahn zu berufen. Das erfuhr der SPIEGEL aus Aufsichtsratskreisen. Nikutta wird die kriselnde Bahn-Sparte von Alexander Doll übernehmen, der sich künftig ausschließlich um die Finanzen bei dem Staatskonzern kümmern wird.

Der Berufung Nikuttas war ein Streit zwischen Doll und dem Vorstandsvorsitzenden der Bahn, Richard Lutz, vorausgegangen. Dieser hatte Doll aufgefordert, den Bereich Finanzen abzugeben, um sich künftig ausschließlich um den Güterverkehr und die DB-Tochter Schenker zu kümmern. Doll hatte dies abgelehnt, was von Bahn-Insidern als eine Kampfansage an Lutz gewertet wurde (Lesen Sie hier eine ausführliche SPIEGEL-Plus-Geschichte zu dem Streit innerhalb des Bahn-Vorstands .). "Die Kompetenz von Alexander Doll ist im Besonderen der Finanzbereich", heißt es jetzt aus Aufsichtsratskreisen: "Dafür soll er mehr Zeit haben."

Der Aufsichtsrat hat sich offensichtlich dazu entschlossen, Lutz und Doll im Konzernvorstand zu belassen. Die beiden Streithähne müssten sich dann wohl miteinander arrangieren.

Hohe Verluste müssen minimiert werden

Der Gütertransport bei der Bahn bedarf besonderer Aufmerksamkeit. Die Verluste dort nehmen immer größere Ausmaße an. Das sei eine Aufgabe, um die sich jemand in Vollzeit kümmern muss, so ein Aufsichtsratsmitglied.

Für diese Herausforderung ist nun Sigrid Nikutta ausgewählt worden. Die 50-Jährige war bereits in der Vergangenheit immer mal wieder im Gespräch für einen Vorstandsposten bei der Bahn, insbesondere die SPD-Mitglieder im Aufsichtsrat hatten ihren Namen ins Spiel gebracht. Diesmal erfolgreich. Allerdings gilt die umtriebige BVG-Chefin nicht im gesamten Vorstand der Bahn als willkommen. Neben Lutz wird auch Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla nachgesagt, gegen eine Berufung von Nikutta gewesen zu sein.

Dies scheint den Aufsichtsrat offensichtlich nicht beeindruckt zu haben. In den vergangenen Wochen sollen sich einzelne Aufsichtsratsmitglieder mit der studierten Psychologin getroffen haben. Der Personalausschuss, so heißt es, werde in den kommenden Stunden ein Votum für Nikutta fällen.

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