Milliardendeal DB Cargo kauft bei Siemens Hunderte Güterloks

Die Gütersparte der Deutschen Bahn will ihre Flotte modernisieren und schafft dafür bis zu 400 neue "Zweikraftloks" an. Diese sollen sowohl mit Diesel als auch mit Strom fahren können.
Rangierlokomotiven von DB Cargo in Bremerhaven: Bis zu 400 neue Loks

Rangierlokomotiven von DB Cargo in Bremerhaven: Bis zu 400 neue Loks

Foto: Hauke-Christian Dittrich / dpa

Die Deutsche-Bahn-Tochter DB Cargo kauft bei Siemens in den kommenden Jahren bis zu 400 neue Güterloks. Die Auslieferung soll im Jahr 2023 starten, wie das Bahnunternehmen der Nachrichtenagentur dpa zufolge mitteilte. Die Kosten belaufen sich demnach auf "deutlich über eine Milliarde Euro". Bei den Triebfahrzeugen handele es sich um sogenannte Zweikraftloks, die sowohl mit Strom aus Oberleitungen als auch mit Dieselantrieb fahren können.

"Wir werden wachsen und verjüngen für unsere Kunden unsere Flotte mit einer modernen, leistungsstarken Lok", sagte der Produktionsvorstand bei DB Cargo, Ralf Günter Kloß.

Die Fahrzeuge sollen auf der sogenannten letzten Meile zwischen Gleisanschlüssen bei Kunden und den Hauptstrecken zum Einsatz kommen. Diese Gleisabschnitte sind in der Regel nicht elektrifiziert und deshalb nur mit Verbrennerantrieben befahrbar. Die Loks fahren aber auch dort weiter, wo es Oberleitungen gibt. Die neuen Modelle sollen dann auf Elektroantrieb umstellen können.

DB Cargo will Diesellok-Flotte deutlich reduzieren

Herkömmliche Dieselloks machen aktuell einen Anteil von 50 Prozent der Flotte bei DB Cargo aus. Bis 2030 will das Unternehmen diesen Anteil auf zehn bis 15 Prozent senken. Neben den Zweikraftloks testet DB Cargo dafür derzeit auch sogenannte Hybridloks, bei denen ein Dieselmotor den Elektroantrieb lediglich unterstützt.

Der Gesamtkonzern der Deutschen Bahn will bis 2050 sämtliche Dieselfahrzeuge aus seiner Flotte verbannen. Bis dahin ist allerdings noch viel zu tun. Denn die Größe der Dieselflotte hängt auch vom Elektrifizierungsgrad des Bahnnetzes ab.

Elektrifizierung des Streckennetzes dauert

Bislang sind rund 61 Prozent des Streckennetzes mit Oberleitungen ausgestattet. Rund 13.000 Kilometer fehlten noch, heißt es in einer Antwort der Bundesregierung auf eine FDP-Anfrage von Ende Juli. Der Ausbau geht nur schleppend voran. Im vergangenen Jahr wurden lediglich 60 Kilometer elektrifiziert.

Der Bahnbeauftragte der Bundesregierung, Enak Ferlemann, sagte damals aber, dass die Quote mit Blick auf die eigentliche Verkehrsleistung deutlich besser aussehe. Demnach findet rund 90 Prozent des Zugverkehrs in Deutschland auf elektrischen Strecken statt.

kko/dpa
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