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11. September 2019, 14:06 Uhr

Manager-Mauscheleien bei der Bahn

Ermittler stellen zahlreiche Verstöße fest

Die Deutsche Bahn hat zahlreiche Topmanager mit Beraterverträgen versorgt - nachdem sie eigentlich ausgeschieden waren. Insgesamt flossen mehrere Millionen Euro ohne Wissen des Aufsichtsrats.

In der Berateraffäre bei der Deutschen Bahn hat eine vom Konzern beauftragte Kanzlei zahlreiche Verstöße gegen das Aktienrecht festgestellt. Zwei Fälle betreffen demnach die Deutsche Bahn AG, neun Tochterunternehmen. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet von insgesamt 13 monierten Verträgen. Ein Bahn-Sprecher wollte sich nicht äußern und verwies auf die Sitzung des Aufsichtsrats am 18. September.

Bei den Fällen geht es vor allem darum, dass Ex-Vorstände vom Management nach dem Ausscheiden Beraterverträge bekommen haben, ohne die Zustimmung des Aufsichtsrats einzuholen. Das aber sieht das Aktienrecht vor, um Selbstbedienung in Deutschlands Chefetagen sowie verdeckte Abfindungen zu verhindern.

Die externen Kanzlei-Ermittler haben demnach Beraterverträge über einen Zeitraum von fast zehn Jahren unter die Lupe genommen. Dabei geht es um ein Gesamtvolumen von etwa 11 Millionen Euro.

Welche Gegenleistung wurde erbracht?

Der internen Revision waren zuvor die Verträge mit ehemaligen Managern aufgefallen. So soll ein früheres Vorstandsmitglied nach einer Abfindung in Millionenhöhe noch Hunderttausende Euro als Beratungshonorar erhalten haben. Es sei dafür aber eine "marktübliche Leistung" erbracht worden, hieß es an diesem Dienstag in Aufsichtsratskreisen.

Bei anderen früheren Führungskräften geht es früheren Angaben zufolge um vier- und fünfstellige Honorare. Untersucht wurde jeweils, ob die Manager eine angemessen Gegenleistung erbracht haben. Namen hatte das Unternehmen nicht genannt.

Die fraglichen Verträge stammen aus den Jahren 2010 bis 2018. Sie fallen damit größtenteils in die Amtszeit des früheren Bahnchefs Rüdiger Grube und seines Finanzvorstands Richard Lutz. Lutz übernahm nach Grubes Rücktritt Anfang 2017 die Führung des bundeseigenen Konzerns.

beb/dpa

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