Halbjahresbilanz Fernbusse machen Deutscher Bahn zu schaffen

Die Deutsche Bahn hat seit Jahresbeginn 16 Prozent mehr Gewinn eingefahren und einen Fahrgastrekord verbucht. Ein Trend bereitet den Managern aber Sorge: Fernbusse kosten dem Konzern Passagiere und Umsatz.

Bahn-Chef Grube in Berlin: "Der Wettbewerbsdruck nimmt zu"
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Bahn-Chef Grube in Berlin: "Der Wettbewerbsdruck nimmt zu"


Berlin - Nach einem Gewinneinbruch im vergangenen Jahr hat die Deutsche Bahn im ersten Halbjahr 2014 wieder deutlich besser verdient: Der Gewinn nach Steuern erhöhte sich laut dem aktuellen Geschäftsbericht um 15,9 Prozent auf 642 Millionen Euro, der Umsatz stieg um 1,9 Prozent auf 19,7 Milliarden Euro.

Einen Rekordwert gibt es bei der Zahl der Bahnfahrten: Eine Milliarde Mal reisten Fahrgäste mit dem Staatskonzern, wie Vorstandschef Rüdiger Grube bei der Vorstellung der Bilanz sagte - das seien zehn Millionen mehr gewesen als im Vorjahreszeitraum.

In wirtschaftlicher Hinsicht seien die ersten sechs Monate des Jahres daher positiv zu bewerten, sagte Grube. Allerdings macht der Bahn die Liberalisierung des Fernbusmarktes vor rund anderthalb Jahren zu schaffen: 40 Unternehmen machen der Bahn auf fast 170 Verbindungen Konkurrenz.

So stieg zwar die Zahl der Fahrgäste in den Fernbussen der Bahn um zehn Millionen auf 1,6 Milliarden. Doch durch den umkämpften Markt sei dem Konzern ein Umsatz von rund 50 Millionen Euro verloren gegangen, räumte Grube ein. "Fakt ist: Der Wettbewerbsdruck nimmt zu - und zwar in allen Geschäftsfeldern", sagte er.

Auch das Wetter bereitete der Bahn wieder Probleme: Dem Konzern ist laut Grube durch den Sturm "Ela" an Pfingsten ein Schaden von 60 Millionen Euro entstanden. Zudem sank die Verkehrsleistung im Schienenpersonenverkehr um 0,4 Prozent - sie gibt an, wie viele Kilometer alle Fahrgäste zusammen zurückgelegt haben: Dabei legte der Nahverkehr um 1,3 Prozent zu, im Fernverkehr ging der Wert jedoch um 2,8 Prozent zurück.

mxw/dpa/AFP



insgesamt 25 Beiträge
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Gerüchtsvollzieher 24.07.2014
1. Ich glaube kaum,
daß die Zahl der Fahrgäste in den Fernbussen der Bahn um zehn Millionen auf 1,6 Milliarden stieg... Für mich ist das Preis-/Leistungsverhältnis bei der Bahn seit Jahren absolut indiskutabel, schön, daß es jetzt preiswerte Alternativen gibt!
georgbrand 24.07.2014
2.
Wer hätte gedacht, dass die Fernbusse der Bahn den ein oder anderen Euro Umsatz wegnehmen könnten. Wo doch die Bahn DER serviceorientierte Betrieb vor dem Herrn ist. Wenn ich von Saarbrücken nach Stuttgart fahren will, buche ich mit drei Klicks den Fernbus, zahle 15 Euro und komme pünktlich an ohne umzusteigen. Bei der Bahn bin ich gezwungen Geld für den Service der persönlichen Beratung zu zahlen, oder ich verzweifele an deren onlineportal. Und für 15 Euro komme ich von Saarbrücken aus kaum über die Landesgrenze hinaus.
mr.nicegay 24.07.2014
3.
Tja, nicht immer kann man nur Geld verdienen, vielleicht ein par aus der Chefetage entlassen und man hat wieder Gewinn dass man an die Belegschaft abgeben könnte.....
matala 24.07.2014
4. alternativ...
...habe ich das gemacht, aber es wird sich ganz sicher nicht wiederholen. Mag sein, dass meine Erfahrungen unter die sogenannten Einzelfälle oder Ausnahmen fallen, aber eine Wiederholung - auch nur einmal - brauche ich nicht. Die Bequemlichkeit eines Zuges (Fernstrecke) ist mit nichts zu ersetzen. Wer das Geld nicht dazu hat, muss halt Alternativen wählen, das überall im Leben auch so.
OskarVernon 24.07.2014
5.
Zitat von matala...habe ich das gemacht, aber es wird sich ganz sicher nicht wiederholen. Mag sein, dass meine Erfahrungen unter die sogenannten Einzelfälle oder Ausnahmen fallen, aber eine Wiederholung - auch nur einmal - brauche ich nicht. Die Bequemlichkeit eines Zuges (Fernstrecke) ist mit nichts zu ersetzen. Wer das Geld nicht dazu hat, muss halt Alternativen wählen, das überall im Leben auch so.
Stimmt - und wer das Geld hat, *kann* Alternativen wählen. Wie im richtigen Leben: Konkurrenz belebt das Geschäft - der Kundschaft Schaden ist's nicht :-)
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