Lokführer gegen Deutsche Bahn GDL beginnt mit zweiter Streikwelle

Mehr Lohn und eine Coronaprämie fordert die Lokführergewerkschaft – und streikt dafür seit dem späten Nachmittag im Güterverkehr. Ab Montag müssen sich auch Bahnreisende auf Zugausfälle und Verspätungen einstellen.
Seit dem späten Samstagnachmittag bestreikt die GDL zunächst den Güterverkehr

Seit dem späten Samstagnachmittag bestreikt die GDL zunächst den Güterverkehr

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Peter Endig / dpa

Zunächst im Güter-, ab Montag auch im Personenverkehr: Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat am Samstag mit Streiks bei der Deutschen Bahn begonnen. Der Arbeitskampf laufe allmählich an, es gebe nach und nach die entsprechenden Rückmeldungen der Streikleitungen vor Ort, sagte ein GDL-Sprecher am Nachmittag. Lokführer und Lokführerinnen sowie Beschäftigte in den Werkstätten bei der Bahn-Tochter DB Cargo seien aufgerufen, die Arbeit niederzulegen. Die Bahn bestätigte am Nachmittag auf Anfrage, dass die Aktionen begonnen hätten.

Der Streik soll mehr als drei Tage bis Mittwoch um zwei Uhr andauern. Am Wochenende ist zunächst nur der Güterverkehr betroffen, ab Montag um zwei Uhr soll auch der Personenverkehr bestreikt werden. Industrie- und Logistikverbände hatten den Arbeitskampf der GDL im Güterverkehr zuvor kritisiert. Sie verwiesen unter anderem auf die besonderen Belastungen, denen die Lieferketten bereits in der Coronakrise ausgesetzt waren.

Es geht um eine Lohnerhöhung, bessere Arbeitsbedingungen und eine Coronaprämie

Über die genauen Auswirkungen des Streiks bei DB Cargo machte die Bahn zunächst keine Angaben. Der Konzern kündigte an, gemeinsam mit externen Partnerbahnen versorgungsrelevante Züge fahren zu lassen. In den Rangieranlagen seien vor der zweiten Streikwelle Rückstaus aufgelöst und Kapazitäten geschaffen worden, um den Zugbetrieb zu sichern.

Es handelt sich um die zweite Streikwelle im aktuellen Tarifkonflikt zwischen GDL und DB. Die Gewerkschaft fordert eine zweistufige Lohnerhöhung von 3,2 Prozent, eine Coronaprämie von 600 Euro und bessere Arbeitsbedingungen. Die Bahn bietet zwar 3,2 Prozent mehr Lohn, will die Stufen aber später umsetzen und eine längere Laufzeit.

tfb/dpa/AFP
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