Angebliche Preisabsprachen Bahn und Bundeswehr klagen gegen Lkw-Kartell

Die Bundeswehr, die Deutsche Bahn und 40 weitere Unternehmen werfen Lkw-Herstellern unerlaubte Preisabsprachen vor und fordern Schadensersatz. Jetzt kommt der Fall vor Gericht.

Lkw von Mercedes Benz
DPA

Lkw von Mercedes Benz


Die Deutsche Bahn hat gemeinsam mit der Bundeswehr und mehr als 40 Firmen Klage gegen die am Lkw-Kartell beteiligten Unternehmen eingereicht. Es gehe um Schadensersatzansprüche gegen die Hersteller DAF, Daimler, Iveco, MAN und Volvo/Renault, teilte die Bahn am Mittwoch mit.

"Mit den illegalen Preisabsprachen wurde uns und den anderen Geschädigten ein enormer Schaden zugefügt", sagte Bahn-Rechtsvorstand Ulrich Weber. Allein die konzerneigene Spedition DB Schenker sei mit mehreren Tausend Lastwagen betroffen. Bei der Bundeswehr geht es nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums um 10.000 Fahrzeuge. Wie viel Geld sie fordert, steht noch nicht fest. Das Einkaufsvolumen beziffert die Bahn auf mehr als zwei Milliarden Euro. Betroffen sind Lkw-Verkäufe zwischen 1997 bis 2011.

Zahlreiche Spediteure haben bereits Klagen eingereicht, unter anderem bei den Landgerichten München, Stuttgart und Hannover. Einen durch ein Kartell entstandenen Schaden vor Gericht zu belegen und seine Höhe festzustellen, ist üblicherweise schwierig.

Die EU-Kommission hatte gegen die Lkw-Bauer 2016 schon Rekordgeldbußen von knapp drei Milliarden Euro verhängt. Daimler musste davon rund eine Milliarde Euro zahlen. Die EU-Kommission stellte zwar fest, dass es ein Kartell gegeben hat, sagte aber nicht, dass diese Absprachen höhere Preise zur Folge hatten. Daimler geht davon aus, dass kein Schaden entstanden ist.

hej/dpa/AFP



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mazzmazz 20.12.2017
1. Es gibt kein Kartell ohne Schaden
Oder denken Sie ernsthaft, man hätte sich auf niedrigere Preise für Laster geeinigt? Da aber hier ein paar TBTFs (too big to fail) mit dabei sind, muss man die nun drohenden Klagen politisch abwürgen. Klappte ja schon bei VW. Das eigentliche "Kartell" allerdings sind in der westlichen Welt die Politik und die großen Unternehmen, die auf Kosten der Allgemeinheit ihre Säckel füllen. Und das sage ich Ihnen als Wirtschaftswissenschaftler und Liberal-Konservativer. Wa zur Zeit passiert, ist das Schaffen von Tatsachen. Schon in wenigen Jahren wird man die Geldelite nicht mehr politisch angreifen können. Es wird sich immer ein Schurkenstaat finden, der ihr eine Heimat gibt und die braven Malocher, zu denen längst auch der gehobene Mittelstand in Europa und den USA gehört, haben keine Lobby und müssen die Party bezahlen. Trump als ehrlicher Vorreiter dieser Strategie zeigt seine Ziele wenigstens offen. In Europa ist das komplizierter, denn hier bereichern sich die Spitzenpolitiker erst nach dem Ausscheiden aus der Politik bei der Großindustrie, der sie zunächst die gewünschten Regeln und Ausnahmen gebaut haben. Bestes Beispiel, weil auch recht dreist und direkt, ist Gerhard Schröder. Wenn die Verarmung der Unter- und Mittelschicht so weiter geht, werden wir schon in 20-30 Jahren eine Revolution erleben. Spätestens wenn meine generation feststellen wird, dass sie trotz eines guten Lebens im Alter abstürzen und auch ihre Kinder keine großen Chancen mehr haben in einer gobalen Wirtschaft, in der man als 30-jähriger deutscher Studienabsolvent gegen den Wettbewerb aus China, Korea, Indien und auch USA nichts anzubieten hat. Die einzige Chance für uns hier wäre ein europäischer Staatenbund mit den starken europ. Ländern, klar ausgerichtet auf unsere Interessen hier. Aber solange Leute wie Merkel in China Menschenrechte predigen (und dann den Weg für ein paar Projekte für Siemens bereiten), anstatt Zollparität und Rechtssicherheit für deutsche Unternehmen auch mit weniger als 50.000 MA einzufordern und ganz nebenbei noch Südeuropa retten und alle Beladenen dieser Welt in unser Sozialsystem aufnehmen wollen, wird das nichts. Bald kracht es in Deutschland. An allen Ecken und Enden gärt es. Wenn man mit einem Einkommen von 100.000 Eur p.a. in München kein Reihenhaus mehr kaufen kann, haben wir ein Problem. Dann kommen in 15 Jahren noch die Renten und Pensionen für die Babyboomer hinzu. Wie lange glauben Sie, halten die paar Familienväter in vernünftigen Jobs, die von privater Seite die Party bezahlen, noch still? Daimler und MAN sind da nur eine der vielen Eisbergspitzen.
wolke:sieben 20.12.2017
2. Hallo@mazzmazz
...ihre Theorie ist in wenigen Jahren keine Theorie mehr, so wie sie es geschrieben haben wird es an vielen Ecken krachen und viele Existenzen niedermachen, aber der Großteil der Deutschen will das heute noch nicht wahrhaben, sie lassen sich von A.M. und ihren Schergen ( die Medien)volllabern und merken nicht wohin der Weg führt, WIR SCHAFFEN DAS SCHON......bla,bla,bla
MisterD 20.12.2017
3. Daimler ist ja lustig...
wozu bildet man denn ein Kartell, wenn es für die Firmen keinen Nutzen und damit für die Kunden keinen Schaden gibt? Nur um gemeinsam Kaffee und Kuchen zu essen? Wohl kaum, der Schaden dürfte immens sein...
Sandlöscher 20.12.2017
4. @ Nr. 1
Vollkommen richtig. Das was wir derzeit in D auch in der Welt erleben, hat Fr. Merkel bereits mit der marktkonformen Demokratie angekündigt. Der Faktor Arbeit ist beliebig austauschbar und wird nachhaltig entwertet. Human Ressources. Geschichte wiederholt sich gerne. Man denke an 1789 oder 1917. irgendwann lassen sich die dümmsten Deppem nicht mehr täuschen. Meine Sorge ist, dass davor ein neuer Krieg vom Zaun gebrochen wird. Krieg und Leichen, die letzte Hoffnung der Reichen!
genugistgenug 20.12.2017
5. und ewig grüßt das MurmelähKartell
Vor einiger Zeit gab es doch das Kartell zu Feuerwehrfahrzeugen - genau nach Gebieten abegsprochen - doch die Kommunen bekamen zwischen NICHTS und bis zu 1.500,- Euro (Vergleich) nichts zurück - denn ein Schaden durch das Kartell sein nicht feststellbar. Damals haben wir uns noch gedacht, 'Wieso bestellen die dann weiter bei diesen Abzockern? Verschwenden unsere Steuern an Betrüger?' - gut die 2. Frage ist rhetorisch, denn im Studium haben wir als Aushilfstaxifahrer nach Weihnachtsfeiern oft den ganzen Kofferraum für die "verlosten" Geschenke gebraucht. Unklar ist aber, was sich zwischen Abgabe und Verlosung so in Luft auflöste (3 Schnapsflaschen abgegeben, aber nur 1 in der Tombola). Komischerweise kann man bei Lkw-Fahrern den Gewinn durch Überladung, falsche Sonderfahrten, usw. GENAU abschöpfen. Es stellt sich auch die Frage: Was diese Wagen eigentlich wert sind? Wenn man diese Korruptionskosten anrechnet, dann müsste der Preis doch sinken. Allerdings hat auch niemand reagiert,a ls VW damals zugab, dass man die 3. Schicht einsparen könnte und weiter die gleiche Menge Autos bauen würde - übersetzt: die Kisten sind 1/3 überteuert (mindestens, denn es kommen noch andere Kosten wie die Pension von Winterkorn 3.100,- EUR/Tag dazu, usw.) Am Ende gilt wieder: Der Bürger/Käufer zahlt alles und immer!
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