Löhne und Gehälter Deutsche Bahn legt neues Tarifangebot vor

Es kommt Bewegung in die Tarifverhandlungen zwischen der Deutschen Bahn und dem Zugpersonal. Für die Fahrgäste ist das eine gute Nachricht: Solange geredet wird, gibt es keine Streiks.

Unterhändler der EVG und der Deutschen Bahn
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Unterhändler der EVG und der Deutschen Bahn


Die Deutsche Bahn will mit einem neuen Angebot an die Gewerkschaften Bewegung in die schwierigen Tarifverhandlungen bringen. Welche Zugeständnisse es enthält, blieb am Mittwoch allerdings erst einmal offen. Strittig ist weiterhin, wie hoch die für die rund 160.000 in der EVG organisierten Beschäftigten geforderte Lohnerhöhung ausfällt. Die EVG hatte zu dem Warnstreik am Montag aufgerufen, der den Zugverkehr in weiten Teilen Deutschlands lahmlegte.

Dagegen schloss die GDL Streiks ihrerseits bis Jahresende aus. Anders als die EVG müsste nach einer Vereinbarung die Lokführergewerkschaft sich ohnehin erst in eine Schlichtung begeben und könnte erst nach deren Ende ihre Mitglieder aufrufen, die Arbeit niederzulegen.

Inzwischen hat die Bahn ein neues Angebot vorgelegt, das nach Worten von Personalvorstand Martin Seiler attraktiv genug ist, dass die GDL den Gesprächsfaden wieder aufnimmt. GDL-Chef Claus Weselsky hatte die Verhandlungen am Mittwochmorgen zwar für gescheitert erklärt, gleichzeitig jedoch erkennen lassen, dass er wieder zu Verhandlungen bereit wäre, sollte die Bahn ein verbessertes Angebot vorlegen. Die Lokführergewerkschaft vertritt rund 36.000 Beschäftigte des Zugpersonals, darunter vor allem Lokführer, Zugbegleiter und Bordgastronomen und fordert ebenso wie die EVG 7,5 Prozent mehr Gehalt.

Die Bahn hatte eine Einkommenserhöhung in zwei Stufen angeboten: 2,5 Prozent zum 1. März 2019, weitere 2,6 Prozent zum 1. Januar 2020, bei einer Vertragslaufzeit von 29 Monaten. Für die Monate Oktober 2018 bis Februar 2019 sollte eine Einmalzahlung von 500 Euro hinzukommen.

mik/dpa



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53er 12.12.2018
1. Eine Blaupause,
für kommende Tarifverhandlungen anderer Gewerkschaften. Man sieht, es geht wenn der Druck groß genug ist. Und man sieht auch, es läuft nicht bei der Bahn, wenn man Marketingstrategen und BWLer das Feld überlässt.
Nonvaio01 12.12.2018
2. Liebe Bahn
warum nicht gleich so? das bei der Bahn nur Amateure am werk sind is ja keine neuheit, aber den Streik haette man sich sparen koennen
neutri67 12.12.2018
3. Lohnsteigerung gerade mal Inflationsausgleich!
Entschuldigung! Aber das gegenwärtige Angebot ist doch vor dem Hintergrund einer Steigerung der Binnennachfrage, die verhindert, dass der (50%!) "Exportweltmeister" in der sich abzeichnenden baldigen Krise nicht implodiert, ein Witz. Der Staatskonzern sollte mit gutem Bsp. voran gehen. Im Plan sollen wohl ca. p.a. 3 % bereits als Personalkostensteigerung berücksichtigt sein. Also Stopp mit den Hampeleien von Herrn Seiler und Co.. Es reicht ein Blick in den Vergütungsbericht im Jahresabschluss der Deutche Bahn AG (Vergütung der Vorstände. Achtung! Viel interessanter sind die Zuführungen zu den Pensionsrückstellungen für den jeweiligen Vorstand, die nach dem Ausscheiden der Vorstände erst richtig diese Kosten explodieren lassen, da viel längere Laufzeit der Pensionszahlungen als so ein Vorstandsvertrag - und wie viele Altvorstände werden bereit durchgemästet .... z. B. "Airberlin/Flughafen Mehdorn", Herr Grube usw.). Da relativiert sich diese Angebot ebenfalls ganz gewaltig. Also: 3% p.a. sind locker drin. D.h. 6 % für 24 Monate, liebe Gewrkschafter - und daran werdet Ihr GEMESSEN! Und bitte OHNE die 500 € Einmalzahlung, die für 5 Monate ein Witz sind. Hoffentlich nimmt der dienstwagenfahrende Vorstand (soll sogar ein Fahrer mitwirken) nicht wieder die bahnfahrenden Kunden durch unprofessionelles Verhandeln in "Geiselhaft"!
karl-felix 12.12.2018
4. Also
Zitat von 53erfür kommende Tarifverhandlungen anderer Gewerkschaften. Man sieht, es geht wenn der Druck groß genug ist. Und man sieht auch, es läuft nicht bei der Bahn, wenn man Marketingstrategen und BWLer das Feld überlässt.
ich finde eine reale Lohnerhöhung von ca. 0,5% in 2019 nicht gerade prickelnd. Die Eisenbahner sollten darauf bestehen die Rentenerhöhung 2019 als Blaupause zu nehmen . Das fände ich in Ordnung . 2,5% für die Eisenbahner in 2019 und 3,7% für die Rentner finde ich ist ein Missverhältnis. Kürzere Laufzeiten vereinbaren . Bei einer erwarteten Preissteigerung um 2% blieben real 0,5% Lohnerhöhung . Um wieviel steigt der Fahrkartenpreis ?
Plasmabruzzler 13.12.2018
5. Überschrift
@neutri67 Was für einen sachlichen Grund sollte es denn geben, Gehaltssteigerungen über der Inflation zu fordern?
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