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Bahn-Posten Verkehrsminister Wissing will offenbar FDP-Parteifreunde beglücken

Die Deutsche Bahn braucht einen neuen Chef des Aufsichtsrats. Verkehrsminister Volker Wissing hat nach SPIEGEL-Informationen zwei Kandidaten ins Auge gefasst. Beide sind verdiente FDP-Veteranen.
aus DER SPIEGEL 31/2022
Verkehrsminister Volker Wissing (FDP)

Verkehrsminister Volker Wissing (FDP)

Foto: Arne Dedert / dpa

Bei der Suche nach einem neuen Aufsichtsratschef für die Deutsche Bahn scheint Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) unter seinen eigenen Parteikollegen Ausschau zu halten. Im Gespräch für den Spitzenjob sind die ehemaligen liberalen Landesminister Bernd Buchholz und An­dreas Pinkwart. Buchholz war Wirtschaftsminister in Schleswig-Holstein, Pinkwart in Nordrhein-Westfalen. Beide Politiker verloren nach den FDP-Niederlagen bei den Landtagswahlen ihr Ministeramt. Derzeit ist unter anderem eine Personal­beratungsfirma auf der Suche nach einem Chefkontrolleur.

Aus: DER SPIEGEL 31/2022

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Der langjährige Aufsichtsratsvorsitzende Michael Odenwald war in diesem Frühsommer von seinem Amt zurückgetreten – unter anderem auch, weil es zu einem Kompetenzgerangel mit Wissing gekommen sein soll. Spätestens bis September will man bei der Bahn einen geeigneten Kandidaten finden.

Die Deutsche Bahn hätte dringend einen Aufseher nötig: Die Verspätungen im Fernverkehr sind auf einen bedenklichen Rekordstand gestiegen, marode Bahnstrecken und eine mit dem 9-Euro-Ticket überforderte Regionalverkehrssparte komplettieren das chaotische Bild. Außerdem stehen wichtige Richtungsentscheidungen an: Die für die Infrastruktur zuständige Unternehmenssparte DB Netz soll mit DB Station und DB Service zusammengeführt werden.

Außerdem soll der neu geschaffene Bereich in eine dem Allgemeinwohl dienende Gesellschaftsform umgewandelt werden. Die mächtige Eisenbahnergewerkschaft EVG signalisiert, die beiden Kandidaten nicht mittragen zu wollen. Derzeit führt EVG-Chef Klaus-Dieter Hommel den Aufsichtsrat.

Ein Sprecher des Ministeriums erklärte mittlerweile, dass derzeit weder Herr Pinkwart noch Herr Buchholz Teil der Personaldebatte um die Nachfolge des DB-Aufsichtsratsvorsitzenden seien.

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