Bevorstehende Bilanz Bahn-Chef Lutz kündigt sinkenden Gewinn an

Die Bahn investiert - das macht sich bemerkbar: Vorstandschef Richard Lutz wird auf der Bilanzpressekonferenz in zwei Wochen nach SPIEGEL-Informationen keine guten Zahlen vorlegen.

Richard Lutz: "Wir müssen akzeptieren, dass der Gewinn zurückgeht."
Soeren Stache / DPA

Richard Lutz: "Wir müssen akzeptieren, dass der Gewinn zurückgeht."


Schon im vergangenen Jahr musste Bahn-Chef Richard Lutz erklären, dass sein Konzern an Profitabilität verliert. Die Bilanz gedrückt hatten Verluste der Gütertochter und Investitionen in neue Züge. Mit dem Abwärtstrend wird es weitergehen.

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Heft 29/2019
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So wird Lutz in der übernächsten Woche bei der Vorstellung der Halbjahresergebnisse weiter sinkende Gewinne verkünden. "Wir müssen im Hinterkopf behalten, dass wir mehr Geld in die Schiene investieren als je zuvor", sagte Lutz im Gespräch mit dem SPIEGEL und erklärt: "Wir müssen deshalb akzeptieren, dass der Gewinn zurückgeht." Die Zahlen seien allerdings "im Rahmen der Erwartungen", sagte der Bahn-Chef.

(Lesen Sie hier das ganze Gespräch)

Beim umstrittenen Thema "Pünktlichkeit im Fernverkehr" sieht Lutz die Bahn auf gutem Wege. Im ersten Halbjahr seien 77,2 Prozent der Züge pünktlich gewesen. "Mit der Hitzewelle und den Stürmen im Juni hat sich der erfreuliche Trend leider erst mal nicht fortgesetzt", so Lutz. Er schränkt aber ein: "Wir haben uns diesmal im Vergleich zum August 2018, wo es eine vergleichbar schwierige Wetterlage gegeben hat, wacker geschlagen." Er begründet die Entwicklung damit, dass mehr Züge verfügbar seien und die Wartung besser klappe.

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gt/bra



insgesamt 16 Beiträge
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burlei 12.07.2019
1. Ja und?
Als vor Jahren die Gewinne der Bahn nach oben gepuscht wurden (schließlich sollte sie an die Börse), hat man sie zerstört. Bahnhöfe geschlossen, Weichen raus gerissen, Wartungsintervalle bis ins Unermessliche gedehnt. Die Folge waren enorme Verspätungen durch fehlende Überholungsmöglichkeiten, Schäden am festen und rollendem Material, die wiederum die Verspätungen vergrößerten, Werkstätten wurden geschlossen, ein gravierender Personalmangel führte dazu, dass manche Bahnhöfe erst gar nicht angefahren werden konnten und Züge massenhaft ausfielen. Viel geändert hat man bis jetzt immer noch nicht, nur am Prinzip Hoffnung wird eisern festgehalten. Wenn "[...] wir mehr Geld in die Schiene investieren als je zuvor" gepredigt wird, dann sind es absolut notwendige Gelder, um die noch vorhandenen Reste wenigstens in einem befahrbaren Zustand zu halten. Der ehemalige Vorstandsvorsitzende Johannes Ludewig war der Ansicht, dass das Material so lange genutzt werden muss, bis ein Austausch notwendig wird. Reparaturen waren nicht vorgesehen. Mehdorn wandelte den Austausch in einen Abriss um und Rüdiger Grube hatte zwar wunderschöne Ansichten, aber kein Rezept, das ruinierte Unternehmen Deutsche Bahn AG wieder auf die Beine zu bekommen. Durfte wahrscheinlich auch nicht, denn immerhin hatte und hat das BMVI wohl andere Prioritäten als ausgerechnet die Bahn. Richard Lutz kennt die Bahn seit 25 Jahren, er kommt sogar aus einer Eisenbahnerfamilie. Aber das alles wird nichts nutzen, denn das Interesse für die Bahn innerhalb der Politik ist völlig unterentwickelt. Das könnte sich möglicherweise ändern, wenn die Grünen an der Regierung beteiligt werden, aber in einer Schwarz-Grünen Regierung, möglicherweise noch mit FDP-Beteiligung .... keine Chance.
anchises 12.07.2019
2. profitabel war die Bahn noch nie
und muss sie auch nicht sein. Jedes Jahr bekommt die ca. 6 Mrd. € aus dem Steuersäckel überwiesen, sonst gäbe es den Laden schon lang nicht mehr. Es wäre halt nur wünschenswert, dass damit etwas sinnvolles angestellt wird. S21 gehört nicht dazu.
mullertomas989 12.07.2019
3. Die Bahn investiert?
Das ist gut. Noch besser wäre, wenn endlich auch die Bundesrgierung im großen Stil ins Bahn-Netz investieren würde! Denn dazu ist sie verpflichtet!! Siehe GG Art. 87e, Abs. 4! 6 Milliarden jährlich sind für 83 Mio Deutsche ein großer Witz. Der Investitionsstau liegt laut Bahnangaben bei 52 Mrd. Euro!
Nonvaio01 12.07.2019
4. die zahlen sind sogar sehr gut
wenn investiert wird ist es kein verlust. Das sind investitionen in die Zukunft solange die Klug gemacht werden und nicht fuer irgendwelche hirnrissigen prestige objekte.
bartsuisse 12.07.2019
5. nicht die Bahn investiert
denn diese hat sie Schuldengrenze erreicht und verfügt über keinerlei Eigenmittel. Der Bund investiert. Und auch der nicht genug. um pro Schienen Kilometer gleich viel zu investieren wie das so gerne belachte Italien, müsste Deutschland 10 Jahre lang jedes Jahr 25 Milliarden investieren. Tut es aber nicht und dementsprechend desolat ist sie. Nach privatwirtschaftlichen Massstäben wäre sie längst pleite. Die italienische FS die profitabel ist steuert Jahr für Jahr 4.4 Milliarden aus Eigenmittel in die Investitionen. Aber dazu hört man in der deutschen Presse rein gar nichts
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