Entschuldigung von Konzernchef Grube "Große Blamage für die Bahn"

Deutsche-Bahn-Chef Rüdiger Grube hat sich erstmals persönlich für das Chaos am Mainzer Hauptbahnhof entschuldigt. Seine umstrittenen Anrufe bei Mitarbeitern, die ihren Urlaub verschieben sollten, hält er dagegen weiterhin für richtig.

Bahn-Manager Rüdiger Grube: "Wir haben hier eine Ausnahmesituation"
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Bahn-Manager Rüdiger Grube: "Wir haben hier eine Ausnahmesituation"


Rüdiger Grube hat sich in einem Interview mit der "Welt am Sonntag" zu den Vorkommnissen am Mainzer Hauptbahnhof geäußert. "Ich entschuldige mich ausdrücklich für die entstandenen Probleme", sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn in einem am Samstag vorab veröffentlichten Interview mit der "Welt am Sonntag".

Grube verteidigte seine Anrufe bei Bahn-Mitarbeitern, die er gebeten hatte, ihren Urlaub zu verschieben. "Ich würde es genauso wieder machen. Wir haben hier eine Ausnahmesituation. Da darf nicht lange gefackelt werden." Er habe acht Fahrdienstleister aus Mainz angerufen und sie gebeten, sich zu überlegen, ob sie ihren für September oder Oktober geplanten Urlaub verschieben könnten, bis im November qualifizierte Verstärkung erwartet werde.

Die Reaktion der Mitarbeiter sei "ganz überwiegend positiv" gewesen, sagte Grube. "Weit über die Hälfte" der angesprochenen Mainzer Fahrdienstleister hätten sich bereit erklärt, der Bitte ihres Chefs nachzukommen. Konkrete Zahlen nannte Grube nicht. In der "Bild am Sonntag" bezeichnete Grube das wochenlange Bahn-Chaos und die Zugausfälle in Mainz als "eine große Blamage für die Bahn".

Sonderzüge für Schüler

Auf dem Mainzer Bahnhof trat am Wochenende vorübergehend wieder der reguläre Fahrplan in Kraft, wie ein Bahn-Sprecher bestätigte. Wegen einer Open-Air-Veranstaltung seien außerdem Sonderzüge im Einsatz. Auch an den kommenden Wochenenden soll laut Bahn der reguläre Fahrplan in der Landeshauptstadt gelten.

Ab Montag soll ein Ersatzfahrplan mit 15 zusätzlichen Zügen für Schüler und Berufsschüler gelten, weil die Schule wieder anfängt. Ab dem 30. August soll - sofern es keine neuen Krankmeldungen gibt - wieder der alte Regelfahrplan gelten.

In Mainz fallen wegen fehlender Fahrdienstleiter im dortigen Stellwerk derzeit zahlreiche Züge aus, der Regionalverkehr läuft nur eingeschränkt. Fernverkehrszüge wie der ICE werden teils umgeleitet oder halten an anderen Bahnhöfen.

sto/dpa



insgesamt 69 Beiträge
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blitzunddonner 17.08.2013
1. hätte er den urlaubenden mitarbeitern ordentlich geld angeboten, ...
hätte er den urlaubenden mitarbeitern ordentlich geld angeboten, womöglich auch noch extraurlaub nach behobener personalfehlplanung, dann wären vielleicht genügend kollegen an die arbeit geeilt. aber er benötigt die kohle wohl in stuttgart und anderwo. und ein vernünftiger masterplan für die zukünftige personalplanung ist wohl auch nicht sein vordringlichstes bestreben.
analyse 17.08.2013
2. Man sieht wie wichtig Beamte sind wenn es um
Grundsic herung geht:Wasser,Strom,öffentlicher Verkehr!Ohne Streikrecht! Es gibt aber zuviel Beamte in weniger wichtigen Bereichen !
chakaa 17.08.2013
3. ich entschuldige Sie aber nicht
Herrn Grube und seiner Entourage glaube ich seit Stuttgart 21 jedes Wort. "Ausnahmesituation" - ja klar. Die Führungsriege von der Generation Powerpoint wird es schon hinkriegen, die Kosten weiter auf Teufel-komm-raus zu senken, und der Öffentlichkeit weizumachen, die daraus entstandenen Schäden seien "Ausnahmen"
BettyB. 17.08.2013
4. Wer noch nie gearbeitet hat...
Klar doch. Hohe Krankheitsraten bekämpft man mit Personalreserven, die nur darauf warten, endlich mal arbeiten zu können. Nach Ansicht von Theoretikern und abgehobenen Gewerkschaftern. In der Wirtklichkeit führt das aber überall zu Problemen, nur nicht gleich zu unbedienbaren Bahnhöfen. Wer das nicht weiß, meint wohl auch, dass hinter jedem Beschäftigten für den Notfall gleich zwei Ersatzleute stehen müssen, die sofort kompetent eingreifen können. Das klappt aber noch nicht einmal im Fußball bei Bayern München so richtig. Da könnte ja auch Rummenige gegen den Ball treten, aber wie?
Hilfskraft 17.08.2013
5.
wozu sollte eine Entschuldigung Grubes gut sein? Hat davon irgend jemand etwas? Macht das irgendwas besser? Der Mann ist auf seinem Posten eine Null! Eine verdammt teure Null! Sofortiger Rücktritt, ohne Abfindung, unter Rückerstattung bisher sinnlos gezahlter Honorare!
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