Diebstahlsicherung Bahn schützt Fahrkartenautomaten mit Farbpatronen

6,7 Millionen Euro hat die Deutsche Bahn im vergangenen Jahr durch den Aufbruch von Fahrkartenautomaten verloren. Dabei ist in den Geräten meist nur wenig Geld zu holen - teuer ist vor allem die Reparatur. Laut Medienbericht sollen nun explodierende Farbpatronen Diebe abschrecken.

Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn: Farbexplosion bei Aufbruch
DPA

Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn: Farbexplosion bei Aufbruch


Die Deutsche Bahn will rund tausend Fahrkartenautomaten mit Farbpatronen ausstatten, die bei einem Diebstahlversuch explodieren.

Wenn die Geldkassette im Automaten angestoßen oder geschüttelt werde, "platzt die Farbpatrone und spritzt mit hohem Druck eine nicht ablösbare Farbe auf die Geldscheine", sagte der Sicherheitschef der Bahn, Gerd Neubeck, der "Süddeutschen Zeitung". Das Geld sei damit wertlos - auch für die Deutsche Bahn, aber der Schaden des Unternehmens liege ohnehin weniger in dem Diebstahl als in der Zerstörung der Automaten.

Da die Geräte regelmäßig geleert werden und ohnehin viele Kunden ihre Fahrkarten lieber mit Karte als mit Bargeld bezahlen, sei in den Geräten meist nicht viel zu holen. Doch einen kaputten Automaten zu ersetzen und aufzubauen koste bis zu 30.000 Euro.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr dem Bericht zufolge bundesweit 370 Automaten der Bahn aufgebrochen, vor allem an kleineren Bahnhöfen ohne Videoüberwachung. Der Gesamtschaden für das Unternehmen betrug 6,7 Millionen Euro.

Die Bahn hat die Farbpatronen-Sicherung seit Anfang 2013 an einigen Standorten getestet. Mittelfristig solle etwa jeder zweite der bundesweit 7000 Automaten entsprechend ausgerüstet werden, heißt es in dem Bericht.

vet/AFP

insgesamt 15 Beiträge
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.picard 10.02.2015
1. Naja..
ich versetze mich mal in die Lage eines verzweifelten Knackers, der nach ein wenig Geld im Automaten lechzt. Ich mache mir alle Mühe das Teil aufzubrechen, dann *peng* und alle Arbeit umsonst. Das wäre an mich eher eine Einladung, den Automaten in Grund und Boden zu schlagen. Den Knacker provozieren... lieber nicht. Am Ende müsst ihr noch mehr bezahlen als vorher.
swandue 10.02.2015
2.
Bei angekokelten Geldscheinen wird geschaut, welche Werte nachgewiesen werden können (Google führt ganz fix zu "Ein halber Geldschein genügt") - aber wenn sie etwas Farbe abbekommen haben, dann ist es vorbei?
Newspeak 10.02.2015
3. ...
Dabei ist in den Geräten meist nur wenig Geld zu holen - teuer ist vor allem die Reparatur. Vielleicht liegt es an den teuren Tickets, daß so viele Leute glauben, dort wäre was zu holen. Ansonsten mal wieder ein typischer Bahnbericht. Dieses Unternehmen kreist ständig nur um sich selbst. Man sollte sich mal besser um seine Kunden und Service kümmern.
gwyar 10.02.2015
4. Bargeld?
Die Automaten wurden wegen des Geldes "geknackt"? Ich dachte, es ginge vielmehr um die Blanko-Fahrscheine.... Diese sollten in entsprechenden Kreisen doch richtig gutes Geld bringen. Da lässt sich doch sicher bequem eine Umweltkarte aufdrucken, oder täusche ich mich?
birka12 10.02.2015
5. Fahrkartenautomaten
Farbpatronen einzubauen ist der falsche Weg. Die Alternative heisst, Tickets kaufen ohne Bargeld. Deutschland ist um Jahrzehnte hinter vielen anderen Ländern (z.B. Schweden). In Schweden wird in 90% der Fälle mit Visa oder dem Smartphone bezahlt. Oder über Internet. In jedem Automaten muss es wenigstens die Möglichkeit geben, bargeldlos Tickets zu kaufen, so ist immer weniger Geld im Automaten. Dann müssen die Automaten täglich entleert werden. Von grösster Wichtigkeit sind auch einfache, landesweite, verständliche Tarife, daraus entsteht eine andere und bessere Bezahlkultur!
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