Premierenfahrt in Bayern Deutsche Bahn setzt erstmals selbstfahrende Busse ein

Künftig sollen selbstfahrende Autos zum Alltag gehören, den Verkehr sicherer machen. In Bayern setzt die Deutsche Bahn bereits einen autonom fahrenden Bus im öffentlichen Nahverkehr ein.

Autonom fahrender Bus in Bad Birnbach
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Autonom fahrender Bus in Bad Birnbach


Das Zeitalter der autonom fahrenden Taxen ist nicht mehr in weiter Ferne: Die Deutsche Bahn setzt an diesem Mittwoch erstmals einen autonom fahrenden Bus im öffentlichen Personennahverkehr ein. Der elektrisch betriebene Bus soll im niederbayerischen Kurort Bad Birnbach zwischen dem Bahnhof, dem Ortszentrum und der Therme pendeln. Die Aktion sei kein Marketing-Gag, sondern es gehe dabei um "eine Zukunftsvision des Öffentlichen Personennahverkehrs", schreibt die Deutsche Bahn in einer Mitteilung.

Das von einer französischen Firma entwickelte Elektrofahrzeug EZ10 bietet Platz für zwölf Passagiere - sechs Steh- und sechs Sitzplätze - und ist mit 20 km/h unterwegs. Nach der ersten Fahrt mit Bahn-Vorstandschef Richard Lutz und Landrat Michael Fahmüller (CSU) startet der reguläre Pendelbetrieb.

Laut Bad Birnbachs Kurdirektor Viktor Gröll sei der Einsatz der Busse in seiner Stadt viel mehr als eine Touristenattraktion. Es gehe um die Schließung einer Lücke im Bad Birnbacher Personennahverkehr, die auch die Anreise mit der Bahn für Gäste deutlich attraktiver machen werde. Auch die einheimische Bevölkerung würde von dem Projekt profitieren.

Selbstfahrendes Shuttle auf dem Flughafen in Frankfurt am Main
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Selbstfahrendes Shuttle auf dem Flughafen in Frankfurt am Main

Die Deutsche Bahn ist nicht das einzige Unternehmen, das mit autonom fahrenden Bussen experimentiert. Auch der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport testet den Einsatz solcher Fahrzeuge. Noch in dieser Woche sollen zwei Kleinbusse im Shuttle-Verkehr zwischen Terminal 1 und Terminal 2 unterwegs sein, zunächst auf einer 1,5 Kilometer langen Teststrecke auf dem Gelände des Airports. Dann soll der Einsatz auf öffentlichen Straßen folgen.

Im Video: Testfahrt im Bus ohne Fahrer

Getty Images

hej/dpa



insgesamt 146 Beiträge
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torsten.keiser 25.10.2017
1. Keine 10 Jahre mehr
und die Berufe Zugführer, Taxifahrer und Pilot sind so gut wie ausgestorben. Da kann der gemeine Forist zetern und schimpfen wie er will, der Markt wird es regeln.
keinname100 25.10.2017
2.
Ich würde nicht damit fahren aus Angst. Ich könnte sowieso nicht ohne Hilfe einsteigen, weil ich behindert bin. Wenn man nicht behindert ist, ist's man's vielleicht nach der Fahrt.
olaf.lieser 25.10.2017
3. Die Zukunft ....
... ist nicht mehr aufzuhalten. Ich bin überrascht, dass es so schnell geht und die Haftungsfragen schon soweit geklärt sind, dass das Ding echt schon Leute befördern darf - und das im öffentlichen Verkehr. Es geht schneller, als man denkt. Aber dass der Straßenverkehr in 10-15 Jahren anders aussieht - mit viel autonomem Fahren - ist sicherlich unstrittig. Daran lässt sich nichts ändern, auch nicht mit Verboten (für die, welche das in Erwägung ziehen). Die Welt steht nicht still.
Bjoern @ Fracebook 25.10.2017
4. Super Sache vor allem für den ländlichen Bereich
Bei uns (5.000 Seelen Ort in vier Ortsteilen, verteilt auf ~20 Quadardkilometer) wäre das eine Super Sache. Bei uns fährt 14x am Tag der Bus (Montag bis Freitag). Nicht die Kleinen, sondern die großen langen Gelenkbusse. Weil Morgens und Nachmittags je 2 Fahrten für die Schule sind und da wird der Gelenkbus proppenvoll. Den Rest des Tages fährt der Busfahrer teilweise alleine! Mit diesen Minibussen hat man die Möglichkeit (1) die Taktfrequenz z.B. zum Bahnhof deutlich zu erhöhen, was vor allem dem "ich fahr mal schnell mit meinem Euro5 Diesel in die Stadt" entgegenwirkt. (2) die Auslastung zu erhöhen, indem einfach mehrere kleine Fahrzeuge losgeschickt werden. Heute ist das Problem, dass es sich eben nicht lohnt 25 Busfahrer für 2 Fahrten am Tag anzustellen. Also hat man 2 Busfahrer und dafür die richtig dicken Busse am Start. (3) einen Wochenendbetrieb aufnehmen. Natürlich höre ich jetzt schon den lokalen Taxifahrer jammern, aber der jammert sowieso ständig über alles (zuletzt weil er mich um 20 Uhr am Bahnhof aufnehmen sollte). Liebe Regierung: Ihr wollt die Abgasproblematik angehen? Ihr wollt den ländlichen Raum stärken? Dann schafft die Bedingungen, dass diese Fahrzeuge nicht exorbitant teuer werden und unterstützt gegebenenfalls deren Produktion.
Bikkje 25.10.2017
5.
Ist zwar nicht wahnsinnig bedeutsam, aber meines Wissens nach handelt es sich bei den Bussen am Fraport um Busse der R+V, die diese dort zusammen mit dem Flughafenbetreiber testet.
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