Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer Bahnstreik beendet – aber keine Lösung im Tarifstreit

Seit zwei Uhr rollt der Schienenverkehr wieder: Der dritte Bahnstreik binnen wenigen Wochen ist vorbei. Eine Einigung zwischen dem Staatskonzern und der Gewerkschaft der Lokführer gibt es jedoch nicht.
Zug der Deutschen Bahn (Symbolbld)

Zug der Deutschen Bahn (Symbolbld)

Foto: Michael Matthey / dpa

Der dritte Streik im laufenden Tarifkonflikt bei der Deutschen Bahn ist am frühen Dienstagmorgen wie geplant zu Ende gegangen. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) bestätigte, der Arbeitskampf sei wie angekündigt um 2.00 Uhr vorerst beendet worden.

Eine Bahn-Sprecherin sagte, der Zugverkehr laufe in Deutschland wieder wie gewohnt an. Bis wann der reguläre Betrieb wieder vollständig hergestellt ist, konnte die Bahn zunächst noch nicht sagen. Ein Fazit kündigten beide Seiten für den weiteren Tagesverlauf an.

Reisende wurden aufgefordert, sich im Internet oder über die App DB Navigator vorab über die von ihnen gebuchte Verbindung zu informieren. Alle bereits gebuchten Fahrkarten des Fernverkehrs, die vom GDL-Streik betroffen waren, behalten laut Bahn ihre Gültigkeit. Sie können noch bis einschließlich 17. September flexibel genutzt werden.

Mehr als fünf Tage lang hatte der Streik den Güter- und Personenverkehr in Deutschland stark eingeschränkt. Im aktuellen Tarifstreit beim Konzern war es die bisher längste Streikrunde. Gelöst ist der Tarifkonflikt allerdings noch nicht.

Die GDL kämpft um mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen für ihre Mitglieder. Sie fordert insgesamt 3,2 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 28 Monaten sowie einer Coronaprämie von 600 Euro. Die Bahn hatte zuletzt eine Laufzeit von 36 Monaten angeboten und der Coronaprämie zugestimmt.

Weselsky: »Dass das für Kunden unschön ist, ist uns klar«

Gestern hatte GDL-Chef Claus Weselsky im ZDF-»Morgenmagazin« erklärt, er sehe im Tarifkonflikt mit der Bahn keine Basis für neue Verhandlungen. Die Gewerkschaft sei zu weiteren Gesprächen bereit, wenn ein verhandlungsfähiges Angebot von der Bahn komme.

Lesen Sie hier ein ausführliches SPIEGEL-Interview mit Claus Weselsky .

Mit dem bisherigen Streik bei der Deutschen Bahn sei die GDL »sehr zufrieden«, hieß es weiter. »Dass das für Kunden unschön ist, ist uns klar«, sagte Weselsky. Die Wettbewerber der Deutschen Bahn halten den Verkehr nach seinen Angaben komplett aufrecht. Diese seien auch der Beweis dafür, dass Arbeitgeber ihren Beschäftigten die »ordentlichen Lohnerhöhungen zugestehen«.

jok/dpa
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