GDL-Chef zum Bahnstreik Weselsky sieht keine Basis für neue Tarifverhandlungen

Der GDL-Chef hält das Angebot der Bahn im Tarifstreit für eine vorgetäuschte Verbesserung. Am letzten Tag der dritten Streikrunde hat sich Claus Weselsky auch gegen Kritik des Deutschen Gewerkschaftsbundes verteidigt.
GDL-Chef Claus Weselsky (M.) weist Kritik vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) zurück

GDL-Chef Claus Weselsky (M.) weist Kritik vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) zurück

Foto: Frank Rumpenhorst / dpa

Die Lokführergewerkschaft GDL sieht im Tarifkonflikt mit der Deutschen Bahn keine Basis für neue Verhandlungen. Die Gewerkschaft sei zu weiteren Gesprächen bereit, wenn ein verhandlungsfähiges Angebot von der Bahn komme, sagte GDL-Chef Claus Weselsky im ZDF-»Morgenmagazin«. Das sogenannte Angebot der Bahn sei nur eine vorgetäuschte Verbesserung. Die Bahn wolle die GDL auf Lokführer und Zugbegleiter beschränken und dieser verweigern, Tarifverträge für die Werkstatt und Verwaltung abzuschließen.

Hier würden Grundrechte tangiert, sagte Weselsky. Es solle dauerhaft verhindert werden, dass die GDL die Mehrheit im Betrieb habe. »Und dagegen wehren wir uns«, sagte Weselsky. »Ich muss mich nicht einigen auf 3,2 Prozent, wenn die Bahn uns dauerhaft beschränkt auf Lokführer, Zugbegleiter, Bordgastronomen und damit verhindert, dass wir die Mehrheit im jeweiligen Betrieb tatsächlich auch erreichen können.« Es gehe nicht um eine Vormachtstellung.

»Also ich weiß nicht ganz genau, für was das Gesetz denn geschaffen worden ist«

Kritik von DGB-Chef Reiner Hoffmann, der der GDL Partikularinteressen und Profilierungsversuche gegen die größere Bahngewerkschaft EVG vorgeworfen hatte, wies Weselsky zurück. Er würde sich wünschen, dass auch ein Vorsitzender eines Dachverbandes von Gewerkschaften Ursache und Wirkung im Blick behalte, sagte Weselsky. Der DGB-Chef sei derjenige gewesen, der das Tarifeinheitsgesetz initiiert habe. Und jetzt werde der GDL vorgeworfen, für mehr Mitglieder zu werben. »Also ich weiß nicht ganz genau, für was das Gesetz denn geschaffen worden ist.«

Mit dem bisherigen Streik bei der Deutschen Bahn sei die GDL »sehr zufrieden«. Die dritte Streikrunde in dem laufenden Tarifkonflikt soll bis zum frühen Dienstagmorgen (2 Uhr) dauern. »Dass das für Kunden unschön ist, ist uns klar«, sagte Weselsky. Die Wettbewerber der Deutschen Bahn halten den Verkehr nach seinen Angaben komplett aufrecht. Diese seien auch der Beweis dafür, dass Arbeitgeber ihren Beschäftigten die »ordentlichen Lohnerhöhungen zugestehen«.

Die Bahn teilte am Montagmorgen mit, dass der voraussichtlich letzte volle Tag der dritten Streikrunde »stabil« angelaufen sei. Wie das Unternehmen mitteilte, wolle es auch am Montag im Fernverkehr einen Ersatzfahrplan mit 30 Prozent des regulären Verkehrs aufrechterhalten. Im Regional- und S-Bahnverkehr seien weiterhin rund 40 Prozent der Züge unterwegs – mit starken regionalen Unterschieden.

hba/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.