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21. Juni 2014, 19:18 Uhr

Streit um Gebühren

Bahn fordert Millionenzahlungen von Visa und Mastercard

Die Deutsche Bahn geht weiter gegen Firmen vor, von denen sie sich geschröpft fühlt. Jetzt verklagt der Konzern laut "Wirtschaftswoche" Visa und Mastercard auf dreistellige Millionenzahlungen - wegen angeblich zu hoher Gebühren.

Berlin - Die Bahn macht mobil - gegen andere Firmen: Nach etlichen Kartellstreitigkeiten in den vergangenen Monaten fordert der Staatskonzern jetzt von Visa und MasterCard Schadenersatz in dreistelliger Millionenhöhe. "Die Kreditkartenfirmen haben jahrelang zu hohe Gebühren von uns kassiert", sagte DB-Rechtsvorstand Gerd Becht der "Wirtschaftswoche".

Die EU-Kommission hatte beide Unternehmen bereits zu Zahlung hoher Bußgelder verpflichtet. "Eines dieser Unternehmen verzichtet auf die Verjährung unserer Ansprüche, das andere nicht", sagte Becht in dem Interview. "Deswegen klagen wir nun in London." Noch halte die Bahn jedoch die Geschäftsbeziehung zu den Firmen aufrecht.

Die Deutsche Bahn sieht sich zunehmend als Opfer in juristisch ausgetragenen Konflikten mit Geschäftspartnern: "Unsere Rechtsstreitigkeiten haben derzeit ein Volumen von rund 2,6 Milliarden Euro - 2012 waren es noch 1,7 Milliarden Euro", sagte Becht. Die aktuellen Forderungen gegen andere Firmen beliefen sich auf rund 2,3 Milliarden Euro, während Forderungen an die Bahn demnach ein Volumen von nur 300 Millionen Euro haben.

"Eine Zusammenarbeit ist auch weiterhin denkbar"

Bei den Rechtsstreitigkeiten geht es laut Becht vor allem um Kartelle, Lieferprobleme und Verwaltungsverfahren. Zuletzt machte der Konzern damit Schlagzeilen, dass er wegen des Vorwurfs verbotener Preisabsprachen gegen mehrere Großkonzerne vorging: Dazu zählten ein Stahl- und ein Schienen-Kartell, außerdem hat der Konzern den Kaffeeröster Tschibo wegen des Vorwurfs überhöhter Preise verklagt.

Trotz solcher Rechtsstreitigkeiten will die Bahn in vielen Fällen die Geschäftsbeziehungen fortsetzen. "Wenn Lieferanten nachweisen können, dass sie ihre Vergangenheit aufgearbeitet haben und bereit sind, Schadenersatz zu zahlen, ist eine Zusammenarbeit auch zukünftig denkbar", sagte DB-Rechtsvorstand Becht der "Wirtschaftswoche".

mxw/dpa

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