Streit um Gebühren Bahn fordert Millionenzahlungen von Visa und Mastercard

Die Deutsche Bahn geht weiter gegen Firmen vor, von denen sie sich geschröpft fühlt. Jetzt verklagt der Konzern laut "Wirtschaftswoche" Visa und Mastercard auf dreistellige Millionenzahlungen - wegen angeblich zu hoher Gebühren.

Bezahlen mit Kreditkarten: Die Bahn klagt gegen hohe Gebühren
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Bezahlen mit Kreditkarten: Die Bahn klagt gegen hohe Gebühren


Berlin - Die Bahn macht mobil - gegen andere Firmen: Nach etlichen Kartellstreitigkeiten in den vergangenen Monaten fordert der Staatskonzern jetzt von Visa und MasterCard Schadenersatz in dreistelliger Millionenhöhe. "Die Kreditkartenfirmen haben jahrelang zu hohe Gebühren von uns kassiert", sagte DB-Rechtsvorstand Gerd Becht der "Wirtschaftswoche".

Die EU-Kommission hatte beide Unternehmen bereits zu Zahlung hoher Bußgelder verpflichtet. "Eines dieser Unternehmen verzichtet auf die Verjährung unserer Ansprüche, das andere nicht", sagte Becht in dem Interview. "Deswegen klagen wir nun in London." Noch halte die Bahn jedoch die Geschäftsbeziehung zu den Firmen aufrecht.

Die Deutsche Bahn sieht sich zunehmend als Opfer in juristisch ausgetragenen Konflikten mit Geschäftspartnern: "Unsere Rechtsstreitigkeiten haben derzeit ein Volumen von rund 2,6 Milliarden Euro - 2012 waren es noch 1,7 Milliarden Euro", sagte Becht. Die aktuellen Forderungen gegen andere Firmen beliefen sich auf rund 2,3 Milliarden Euro, während Forderungen an die Bahn demnach ein Volumen von nur 300 Millionen Euro haben.

"Eine Zusammenarbeit ist auch weiterhin denkbar"

Bei den Rechtsstreitigkeiten geht es laut Becht vor allem um Kartelle, Lieferprobleme und Verwaltungsverfahren. Zuletzt machte der Konzern damit Schlagzeilen, dass er wegen des Vorwurfs verbotener Preisabsprachen gegen mehrere Großkonzerne vorging: Dazu zählten ein Stahl- und ein Schienen-Kartell, außerdem hat der Konzern den Kaffeeröster Tschibo wegen des Vorwurfs überhöhter Preise verklagt.

Trotz solcher Rechtsstreitigkeiten will die Bahn in vielen Fällen die Geschäftsbeziehungen fortsetzen. "Wenn Lieferanten nachweisen können, dass sie ihre Vergangenheit aufgearbeitet haben und bereit sind, Schadenersatz zu zahlen, ist eine Zusammenarbeit auch zukünftig denkbar", sagte DB-Rechtsvorstand Becht der "Wirtschaftswoche".

mxw/dpa



insgesamt 8 Beiträge
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meckeronkel 21.06.2014
1. Die Bahn sollte mal mit dem Bezahlen per EC Karte nicht so herumzicken,
... dann würden auch weniger Leute per teurer Kreditkarte zahlen. Ich kenne nur wenige Online-Händler, bei denen das Bezahlen mit EC-Karte dermaßen umständlich, bzw. anfänglich sogar unmöglich ist, wie bei der Bahn. Dann sollen sie sich bitte auch nicht wundern, wenn alle Kunden mit der teuren unproblematischen Kreditkarte zahlen. Im Übrigen dachte ich immer, dass Geschäftspartner Entgelte im Vorfeld miteinander aushandeln, statt im Nachhinein auf Schadensersatz klagen, weil man zu schlecht verhandelt hat. Ein merkwürdiges Vorgehen.
specialsymbol 21.06.2014
2. Die Bahn setzt falsche Prioritäten
Da wird sich um ein paar Prozentpunkte gestritten statt die Ressourcen anderweitig sinnvoll zu verwenden. Was ist mit der Direktverbindung nach England? Geplant für 2010, verschoben auf 2013, versprochen für 2014 - von dern Vorbereitungen allerdings sieht man noch nichts. Was ist mit der Sanierung der B-Ebene in Frankfurt? Es stinkt noch immer schlimmer(!) als auf jeder öffentlichen Toilette. Immerhin gibt es so ein ehrliches Bild der Stadt ab wenn man vom Flughafen per S-Bahn ankommt, denn die Zeil riecht besonders im Sommer ähnlich. Zudem sollte sich die Bahn generell Gedanken um ihre Preisgestaltung machen. Wenn man zu zweit grundsätzlich billiger mit dem Auto fährt läuft irgendwas falsch. Von Fernbussen und ähnlichem ganz zu schweigen - selbst Fliegen ist oft günstiger. Auf der anderen Seite hat fast jeder Zug mit dem ich fahre Verspätung. Regionalzüge im Prinzip immer, meine Lieblingsdurchsage lautete: Aufgrund einer Überholung müssen wir einige Minuten warten... aber auch ICE fahren gerne mal ein Stündchen länger. Man wartet immer (selbst im ICE) auf Anschlußzüge, diese warten aber NIEMALS, selbst wenn sie nur in 2-Stunden-Taktung fahren.
wurzelbär 21.06.2014
3. Herrlich
- wie sich hier die finanziellen "Volksabzocker" über die Zwangsabgaben, die sie von jedem verlangen, streiten. Man sollte ihnen für das den "Boden" unter den Füßen weg ziehen, damit sie wieder auf dem Boden der Tatsachen stehen ! "Sie" fühlen sich geschröpft - wie sollen sich dann erst die "Geschröpften" erst fühlen ? Müssen sie die > Gewinne < für die Aktionäre einfahren, um gut da zustehen?
dormicum 21.06.2014
4. Tschibo
Gibts nen neuen Kaffeeröster ??? :-) also ich kenn nur Tchibo
ph.latundan 22.06.2014
5. es ist zeit ........
es ist zeit fuer eine deutsche kreditkarte. und mit der ec-karte kann man auch zahlen. warum foerdert die bahn das nicht ?
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