Deutsche Bahn Vizechef Kefer räumt seinen Posten

Schon länger gab es Kritik an seiner Informationspolitik zum Krisenprojekt Stuttgart 21. Jetzt zieht Bahn-Vizechef Volker Kefer Konsequenzen.
Volker Kefer

Volker Kefer

Foto: Rainer Jensen/ dpa

Der im Zusammenhang mit dem Großprojekt Stuttgart 21 in die Kritik geratene Infrastrukturvorstand der Deutschen Bahn, Volker Kefer, will seinen Vertrag nach dessen Auslaufen im kommenden Jahr nicht verlängern. Wie der Konzern am Dienstagabend in Berlin mitteilte, kündigte Kefer im Vorfeld der am Mittwoch stattfindenden Aufsichtsratssitzung an, dass er für eine Verlängerung seines im September 2017 endenden Arbeitsvertrages nicht zur Verfügung stehe.

Kefer habe den Aufsichtsratsvorsitzenden Utz-Hellmuth Felcht darüber informiert, hieß es in der Mitteilung. Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende und Vorstand Infrastruktur, Dienstleistungen und Technik werde "bis zur Regelung seiner Nachfolge im Amt bleiben und seine Aufgaben weiterhin vollumfänglich wahrnehmen", hieß es.

Felcht zeigte sich demnach "dankbar", dass Kefer ihn "so frühzeitig über seine Entscheidung informiert" habe. Der Aufsichtsrat werde nun eine Regelung zur Nachfolge treffen.

Als Infrastrukturvorstand wird Kefer intern für Kostensteigerungen bei dem Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 verantwortlich gemacht. Medienberichten zufolge regte sich im Aufsichtsrat bereits Widerstand gegen eine Vertragsverlängerung Kefers. Auch Grube verlor demnach an Rückhalt im Aufsichtsrat. Anfang des Monats war bekanntgeworden, dass sich die Tieferlegung des Stuttgarter Hauptbahnhofs um rund eine halbe Milliarde Euro verteuern und um bis zu zwei Jahre verzögern könnte.

Kefers Aufgabe ist die jüngste Entwicklung in einer Krise bei der Bahn. Auch Vorstandschef Rüdiger Grube verliert nach SPIEGEL-Informationen zusehends den Rückhalt des Aufsichtsrats.

asa/dpa/AFP
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