Luftüberwachung Deutsche Bahn setzt Drohnen gegen Graffiti-Sprüher ein

7,6 Millionen Euro kostete die Beseitigung von Graffiti im vergangenen Jahr - nun will die Deutsche Bahn Sprüher mit Drohnen filmen. In den kommenden Wochen testet sie kleine Flugkameras - später sollen sie schwer einsehbare Flächen wie Abstellanlagen überwachen.
Graffito auf DB-Zug: Bahn will Sprüher mittels Drohnen aufspüren

Graffito auf DB-Zug: Bahn will Sprüher mittels Drohnen aufspüren

Foto: Frank May/ dpa

Berlin - Die Bundeswehr muss vorerst auf ihre "Euro Hawk"-Drohnen verzichten - die Deutsche Bahn könnte hingegen schon bald regelmäßig unbemannte Flugkörper einsetzen. Mit Hilfe kleiner Kameradrohnen will das Unternehmen Graffiti-Sprüher jagen. In den kommenden Wochen solle die neue Technik getestet werden, bestätigte ein Sprecher des Konzerns einen Bericht der "Bild am Sonntag" ("BamS"). Mit Wärmebildkameras sollen Sprüher zum Beispiel auf Abstellanlagen für Züge aufgespürt und gefilmt werden.

"Wir müssen neue Wege bei der Graffiti-Bekämpfung gehen", sagte der Sicherheitschef der Bahn, Gerd Neubeck, der Zeitung. Allein im vergangenen Jahr habe die Bahn rund 14.000 Graffiti erfasst, dabei sei ein Schaden von 7,6 Millionen Euro entstanden.

Der Flugschreiber der Drohnen soll dem Bericht zufolge alle Aufnahmen inklusive Standortdaten gerichtsfest dokumentieren, um Täter juristisch belangen zu können. Der neue Hightech-Spürhund mit Logo der Bahn koste 60.000 Euro und sei entsprechend der Markenidentität rot lackiert und mit Logo der Deutschen Bahn versehen. In 150 Metern Höhe könne die Drohne mehr als 80 Minuten lang mit bis zu 54 Kilometern pro Stunde fast geräuschlos fliegen und Ausschau halten. Per Autopilot seien bis zu 40 Kilometer lange Strecken möglich.

Größere Flächen könnten in kürzerer Zeit überwacht werden, sagte der Sprecher. Die Drohnen seien aber auch für Anwendungsgebiete in luftiger Höhe geeignet, etwa bei der Wartung von hohen Brücken. Aus Datenschutzgründen solle das Gerät allerdings vorerst nur über Bahn-Gelände eingesetzt werden.

fdi/dpa/AFP
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