Fernverkehr Bahn will Möglichkeit zur Fahrrad-Mitnahme ausbauen

Die Deutsche Bahn will im Fernverkehr nur noch Züge mit Radstellplätzen anschaffen. Bis die Fahrradmitnahme problemlos funktioniert, vergehen wohl aber noch Jahre - alte ICEs sollen nicht nachgerüstet werden.
Fahrrad-Transport im ICE 4

Fahrrad-Transport im ICE 4

Foto: Deutsche Bahn AG

Mit dem Rad in den Urlaub oder sogar auf Dienstreise? Das soll mit der Deutschen Bahn in Zukunft einfacher gehen. 2025 sollen in 60 Prozent der Fernverkehrszüge Fahrradstellplätze verfügbar sein, teilte das Bundesverkehrsministerium mit, alle Fernstrecken sollen abgedeckt werden. Aktuell liegt der Anteil der Fernverkehrszüge mit Fahrradabteil bei 47 Prozent.

Künftig werde die Bahn nur noch Personenzüge mit Radstellplätzen bestellen, antwortete das Ministerium auf eine Anfrage des Grünen-Bundestagsabgeordneten Stefan Gelbhaar. Die Nachfrage danach steige, sagte ein Bahn-Sprecher. "Wir werden unsere Kapazitäten deutlich ausbauen."

Während es in Regionalzügen bereits jetzt Abteile zur Fahrradmitnahme gibt, ist bislang nur in einem Teil der Fernzüge Platz für Fahrräder: in den rund 180 Intercity-Zügen sowie in 59 ICE-T-Zügen, wo sie nachgerüstet wurden.

Acht Fahrradstellplätze pro Zug geplant

In ICE der Baureihen 1 bis 3 können Reisende hingegen kein Rad mitnehmen. Diese will das Unternehmen auch nicht umrüsten - der Aufwand wäre laut Bahn zu groß. Außerdem seien Fahrradplätze im Fernverkehr im Schnitt nur zu 21 Prozent ausgelastet, Sitzplätze für Fahrgäste hingegen zu 56 Prozent, teilte die Bahn mit.

Dagegen hat der neue ICE 4 ein Fahrradabteil. 39 dieser Züge hat die Bahn derzeit im Bestand, bis 2023 folgen weitere 80. Im Fernverkehr würden heute 350.000 Fahrradkarten pro Jahr verkauft, teilte die Bahn mit. Rechnerisch ist damit bei maximal etwa jeder zweiten Fahrt ein Fahrrad an Bord.

Wer mit dem Fahrrad reisen will, sollte reservieren. Während Intercity-Züge heute acht bis 16, in Einzelfällen sogar 24 Stellplätze haben, werden es in neuen Zügen künftig weniger sein. Geplant sind acht Plätze pro Zug. Die Bahn geht damit nicht über die Mindestvorgabe einer EU-Richtlinie hinaus.

kko/dpa
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