Qualitätsoffensive Bahn will Tausende Mitarbeiter zusätzlich einstellen

Immer mehr Fahrgäste nutzen die Deutsche Bahn, obwohl deren Züge immer unpünktlicher werden. Das Unternehmen will nun mit einer Einstellungsoffensive gegensteuern.
Bahn-Mitarbeiter

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Foto: Wolfram Kastl/ picture alliance / dpa

Die Deutsche Bahn will in diesem Jahr offenbar rund 5000 Mitarbeiter mehr einstellen als zunächst geplant. Statt 19.000 sollen in Deutschland 24.000 Kollegen hinzukommen, heißt es in Aufsichtsratskreisen. Zuvor hatte das "Handelsblatt" darüber berichtet. "Jeder, der nicht bei drei auf den Bäumen ist, wird eingestellt", zitierte die Zeitung Konzernchef Richard Lutz.

Bei der Bahn gehen in den nächsten Jahren Zehntausende Mitarbeiter in Rente. Insgesamt werde die "Einstellungsoffensive" die Mitarbeiterzahl in Deutschland bis zum Jahresende um voraussichtlich etwa 7000 steigern, hieß es. Ende September wurden bundesweit rund 205.000 Beschäftigte gezählt.

Die Fahrgastzahlen der Bahn sind in den vergangenen Jahren gestiegen, zuletzt waren die Züge aber sehr unpünktlich. Der Vorstand will dem Aufsichtsrat in der kommenden Woche ein 200-seitiges Konzept vorlegen, das die Bahn besser machen soll.

Darin werden dem Vernehmen nach 50 Einzelmaßnahmen genannt, darunter die Neueinstellungen. Lutz will die Kapazität bei Netz, Fahrzeugen und Personal steigern.

Fünf Milliarden zusätzlich für Investitionen

Um die Engpässe zu beseitigen, müssten in Deutschland zwischen 2019 und 2022 fünf Milliarden Euro zusätzlich investiert werden. Das geht aus Konzernunterlagen hervor, die der Nachrichtenagentur Reuters vorliegen.

Der Betriebsgewinn von Netz, Fern- und Nahverkehrszügen sowie der Frachtsparte DB Cargo werde bis 2023 dann um eine Milliarde Euro klettern. "Am Ende des Mittelfristzeitraums wollen wir wirtschaftlich auf eigenen Füßen stehen und alle für das Geschäft und die Zukunft notwendigen Ausgaben aus eigener Kraft und ohne zusätzliche Verschuldung stemmen", heißt es in den Unterlagen.

Die Bahn ist derzeit nicht in der Lage, ihre Investitionen aus dem Gewinn zu bezahlen und hat daher die Schulden bis auf 20 Milliarden Euro in die Höhe getrieben. "Wir müssen mehr Geld in die Hand nehmen als geplant: in Infrastruktur, Fahrzeuge und Personal ebenso wie in Qualität, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit", heißt es jetzt in den Unterlagen.

brt/dpa/Reuters
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