USA Deutsche Bank muss 258 Millionen Dollar Strafe zahlen

Die Deutsche Bank hat in Amerika tausendfach Transaktionen für syrische und iranische Kunden durchgeführt - obwohl die Länder auf US-Sanktionslisten stehen. In einem Vergleich einigte sich die Bank mit den Behörden auf die Zahlung von 258 Millionen Dollar.

Deutsche-Bank-Chef John Cryan in Frankfurt: Mehr als 27.200 Verstöße gegen Sanktionsgesetze
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Deutsche-Bank-Chef John Cryan in Frankfurt: Mehr als 27.200 Verstöße gegen Sanktionsgesetze


Die Deutsche Bank muss wegen Missachtung der Sanktionen gegen Länder wie Iran und Syrien in den USA eine Strafe von 258 Millionen Dollar zahlen. Das Finanzinstitut habe sich mit zwei US-Behörden auf einen Vergleich verständigt, gab die New Yorker Finanzaufsicht DFS am Mittwoch bekannt.

Darin sei auch vereinbart, dass sechs Mitarbeitern gekündigt werde, die mit der Sache zu tun hatten. Und dass die Bank einen externen Aufseher zulässt, der die Einhaltung der Sanktionsgesetze überwacht. Im Gegenzug stellten die beiden Behörden ihre Verfahren gegen die Deutsche Bank ein. 200 Millionen Dollar zahlt die Deutsche Bank an die DFS, 58 Millionen an die US-Notenbank Federal Reserve.

Den Angaben zufolge verschleierten Mitarbeiter der Deutschen Bank zwischen 1999 und 2006 bei mehr als 27.200 Transaktionen, die mit Iran und Sudan sowie mit Syrien, Libyen und Myanmar zu tun hatten. Die illegalen Finanzgeschäfte für Kunden, die auf der Sanktionsliste der Vereinigten Staaten standen, hatten demnach einen Umfang von insgesamt 10,9 Milliarden Dollar, so die New Yorker Finanzaufsicht.

Die USA haben schon zahlreiche andere Großbanken wegen solcher Vergehen zu teuren Vergleichen gedrängt oder mit hohen Bußgeldern belegt.

Mehr als neun Milliarden Euro Strafe in drei Jahren

Erst vor zwei Wochen zahlte die französische Großbank Crédit Agricole 787 Millionen Dollar wegen Sanktionsverstößen. 2014 hatte das US-Justizministerium BNP Paribas eine Strafe von fast neun Milliarden Dollar deshalb aufgebrummt. Die Commerzbank zahlte wegen ähnlicher Vorwürfe im März ein Milliarden-Bußgeld.

Für die Deutsche Bank ist die Affäre damit aber noch nicht ausgestanden, da weitere US-Behörden wie das Justizministerium ihre Ermittlungen noch nicht abgeschlossen haben. Außerdem stehen Mitarbeiter der Deutschen Bank unter Verdacht, in Geldwäscheaktivitäten in Russland verwickelt zu sein. In diesem Zusammenhang könnte das Institut auch gegen Wirtschaftssanktionen im Ukraine-Konflikt verstoßen haben.

Wegen diverser Skandale hat die Deutsche Bank in den vergangenen drei Jahren bereits mehr als neun Milliarden Euro an Strafen zahlen müssen. Trotzdem lasten auf dem Geldhaus noch rund 1000 größere Rechtsstreitigkeiten.

Für die Aufarbeitung der juristischen Altlasten hat sie inzwischen 4,8 Milliarden Euro zur Seite gelegt. Allein im dritten Quartal mussten neue Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten über 1,2 Milliarden Euro gebildet werden. Der neue Konzernchef John Cryan verpasst der Bank nun zur Bewältigung der Krise eine Radikalkur und streicht Tausende Stellen.

mka/sun/dpa/AFP



insgesamt 20 Beiträge
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skade 04.11.2015
1.
verstehe ich nicht. Wieso muss die Deutsche Bank an die USA 258 Millionen Dollar zahlen, weil die USA eine Sanktionsliste erstellt hat? Wenn jetzt Marokko eine Sanktionsliste erstellt hätte, hätte dann auch die Deutsche Bank........
dietmar0402 04.11.2015
2. so wenig
was soll das ganze hin und her Deutschland hat viele fleißige Steuerzahler die gleichen das schon aus. Zinsen gibt es auf Wunsch der EU für keinen mehr das Geld wird für andere Länder ausgegeben ,aber die von der EU bekommen genügend davon.Gott wer braucht die EU Sie verschleudern unser Geld in die ganze Welt und die Bevölkerung schaut zu.
Sahee 04.11.2015
3. Glashaus, dank US gesteuerter Informationstechniken.
Mittlerweile sollte auch das letzte deutsche Unternehmen verstanden haben das sie im Interesse der USA handeln müssen, deren Sanktionslisten sind gefälligst zu beachten und einzuhalten! Alles ist dank NSA und Wirtschaftspionage transparent und glasklar, jeder sitzt im Glashaus... außer die USA. Ist man nicht gehorsam wird man mit Millardenstrafen verdonnert. Einfach alles im Gleichschritt, dann kann nichts passieren... außer vielleicht der Verlust der staatlichen Souveränität. Die EU sollte sich bemühen einen Gegenpol zu finden, wie wäre es wenn man US-Unternehmen im gleichen Maß ausspäht? Wenn ich mich nicht entsinne ist das US-Russland Handelsvolumen während der Ukraine-Krise angestiegen, da kann man z.B. ansetzen. Es ist doch alles nur noch eine Farcé.
aka-d-miker 04.11.2015
4. Skandal!!!
...ganz abgesehen von den Zahlen und Strafen etc... Es ist ein Skandal, dass die "Deutsche" Bank Regime unterstützt, die auch von der deutschen Regierung sehr klar kritisiert werden. Sanktionen sind dazu da, eingehalten zu werden. Punkt aus! 2,5 Milliarden hätte ich der Deutschen Bank aufgebrummt... Weg mit diesem Chaoten-Konzern... Mehr Betrug und Straftaten im Bankwesen gibt es kaum...
maruun 04.11.2015
5. US Unternehmen...
Halten sich selbst nicht an die Sanktionen gegen Russland bleiben aber unbehelligt wärend die Kolonie-Europa buckeln muss und die Sanktionen durchziehen muss um Platz für US-Amerikanische Konzerne zu machen die dafür dann handeln mit Russland treiben.... Wacht doch mal endlich auf....USA ist KEIN Verbündeter, ist ein Imperialistischer Tyrann der die letzten Jahre rund um Europa Brandherde geschaffen hat und dessen Flüchtlinge die vor der Bombardierung und Drohnen angriffen soviel Menschen aus zerfallenen Regierungen nach Europa getrieben werden um hier ebenfalls zu destablisieren... Man munkelt sogar das viele Schlepperbanden US-Finanziert sind und Werbung machen für "Go to Germany!"...aber das lass ich einfach mal im Raum stehen
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