Trotz Rekordstrafe Deutsche Bank verdient mehr als eine halbe Milliarde Euro

Die Deutsche Bank verbucht einen Gewinn von 559 Millionen Euro. Hauptgrund sind hohe Einnahmen im Investmentbanking - jener Sparte, auf die sich das Geldhaus künftig konzentrieren will. In dieser fielen gleichzeitig aber auch hohe Strafen an.

Zentrale der Deutschen Bank: Starkes Investmentbanking
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Zentrale der Deutschen Bank: Starkes Investmentbanking


Trotz hoher Belastungen aus Rechtsstreitigkeiten hat die Deutsche Bank im ersten Quartal schwarze Zahlen geschrieben. Vor Steuern standen 1,48 Milliarden Euro Gewinn zu Buche, wie Deutschlands größtes Geldhaus am Sonntag mitteilte. Das sind zwölf Prozent weniger als vor einem Jahr. Der Überschuss halbierte sich auf 559 Millionen Euro.

Das Institut hatte in dieser Woche im Skandal um manipulierte Zinssätze einen Vergleich mit den Regulierern in den USA und Großbritannien geschlossen, der sie 2,5 Milliarden Dollar kostet. Weil die Rückstellungen für die Rekordstrafe nicht ausreichten, mussten für das erste Quartal nochmals 1,5 Milliarden Euro draufgepackt werden.

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Dass die Sonderlasten am Ende zu verschmerzen waren, lag am starken Geschäft im Investmentbanking. Die Kapitalmarktsparte lieferte vor Steuern einen Gewinn von 643 Millionen Euro ab, obwohl sie die Kosten für die Milliardenstrafe maßgeblich zu tragen hatte.

Im Privatkundengeschäft - einschließlich der vor der Abspaltung stehenden Postbank - stand ein Gewinn von 536 Millionen Euro vor Steuern zu Buche. Diese Sparte soll im Zuge der neuen Strategie des Finanzkonzerns deutlich schrumpfen. Der Aufsichtsrat der Deutschen Bank hatte am Freitag dem Vorschlag des Vorstands zugestimmt, die Mehrheit an der Postbank zu verkaufen.

ssu/Reuters

insgesamt 19 Beiträge
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irobot 26.04.2015
1.
Dann sollten Sie das Geld aber schnell für die nächste Strafzahlung auf die hohe Kante legen und nicht wieder sofort verpulvern.
bartsuisse 26.04.2015
2. bringt doch endlich mal Vergleichszahlen
ist das viel? ist das wenig? was verdienen die anderen Grossbanken in Europa und der Welt? Ich würde mal behaupten dass 500 mio nicht viel ist, aber eben wie fast immer im SPON fehlen die Vergleiche
chjuma 26.04.2015
3. Ich bin zwar
kein Freund des heutigen Finanzsystems aber klug genug um froh zu sein das unsere Banker "es können". So scheint es zumindest. Ich hoffe es bleibt so.
raber 26.04.2015
4. DB-lnvestmentbetrug lässt sogar noch mehr als 500 Millionen Gewinn
Die Strafzahlungen sind viel zu gering ausgefallen. Denn trotz des relativ hohen Wertes wurden seinerzeit auch extrem hohe Boni ausbezahlt und Investitionen getätigt. Deshalb hätte Deutschland auch gewaltige Strafzahlugen aufbrummen müssen denn bei so einem rentablen Geschäft (oder auch bei anderen die sich die Banken einfallen lassen können) ist die Versuchung betrügerische grosse Geschäfte zu manchen trotz Strafzahlungen immer noch attraktiv; siehe Deutsche Bank mit ihren vielfachen Skandalen die nur zu Skandalen wurden weil die USA sie dafür bestraft. Sonst hätte keiner was gesagt oder gemacht; siehe Deutschland. Die Gesetze müssten abgeändert werden damit die Drahtzieher dieser kriminellen Aktivitäten nicht nochmals Wiederholungstäter werden. Das ist aber anscheinedn zu viel von unseren Gesetzesgebern und Politikern verlangt. Sie könnten sich ja dadurch einen zukünftigen Posten verderben oder andere kleine Privilegien aufgeben müssen.
doktor-nötigenfalls 26.04.2015
5. Unglaublich
Es ist skandalös, das derartige Manipulationen lediglich zu Vergleichen, nicht aber zu ordentlichen Strafverfahren mit Androhung des Lizenzentzugs führen. Was - auch in deutschen Medien - immer so verharmlosend als "Liboraffäre" bezeichnet wird, ist nichts anderes als eine Straftat. Und wenn ein Unternehmen wie die Deutsche Bank nachweislich und fortgesetzt an den Gesetzen vorbei manipuliert, sollten zumindest öffentliche Träger keine Geschäfte mehr mit solchen Unternehmen abwickeln.
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