Vorwurf des Umsatzsteuerbetrugs Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Deutsche-Bank-Mitarbeiter

Eine internationale Verbrecherbande soll beim Handel mit CO2-Zertifikaten mindestens 136 Millionen Euro hinterzogen haben. In dem Verfahren klagt die Staatsanwaltschaft Frankfurt nach SPIEGEL-Informationen nun acht Mitarbeiter der Deutschen Bank an.

Zentrale der Deutschen Bank: Acht Mitarbeiter auf der Anlagebank
AFP

Zentrale der Deutschen Bank: Acht Mitarbeiter auf der Anlagebank


Die Staatsanwaltschaft Frankfurt erhebt in dem Mammut-Verfahren rund um den Umsatzsteuerbetrug mit CO2-Zertifikaten Anklage gegen acht Mitarbeiter der Deutschen Bank. Nach SPIEGEL-Informationen soll eine internationale Verbrecherorganisation Emissionsrechte über Ländergrenzen hinweg im Kreis verschoben und so Umsatzsteuern in Höhe von mindestens 136 Millionen Euro hinterzogen haben. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Die Ermittler werfen den Bankbeschäftigten Mittäterschaft zugunsten der Deutschen Bank vor, zudem sollen sie sich durch die Geschäfte höhere Boni und Provisionen gesichert haben. Drei weitere Bankangestellte dürften ohne Anklage davonkommen, gegen gut ein Dutzend Mitarbeiter wird weiter ermittelt.

Zudem steht der mutmaßliche Drahtzieher hinter dem Umsatzsteuerkarussell vor der Auslieferung an die deutschen Behörden: Der Brite Mohammad Safdar Gohir war im vergangenen Frühjahr in Las Vegas verhaftet worden, nachdem die Frankfurter Staatsanwaltschaft einen internationalen Haftbefehl ausgestellt hatte. Monatelang hatte er sich gegen die Auslieferung gewehrt. Gohirs Anwälte legten gegen ein Auslieferungsurteil zunächst Einspruch ein, zogen diesen jedoch am Mittwoch zurück.

"Der Auslieferungsbefehl wird jetzt zur Bearbeitung an das Außenministerium weitergeleitet", sagte Daniel Bogden, Bundesstaatsanwalt für Nevada. Gohir weist die gegen ihn erhobenen Vorwürfe der Staatsanwälte zurück. Die Deutsche Bank erklärte, ihre Untersuchung des CO2-Sachverhalts dauere an. "Wir kooperieren mit den entsprechenden Behörden."

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insgesamt 23 Beiträge
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Seite 1
Badischer Revoluzzer 25.07.2015
1. Seit Jahren kommt die
Deutsche Bank nicht aus den Negativschlagzeilen. Ich mache mir da meine eigenen Gedanken und meine, daß sich in diesen Unternehmen wohl die größte kriminelle Energie im Bankenwesen konzentriert hat.
rolf.lenssen 25.07.2015
2. Die Gier !
Steckt sie doch endlich ins Gefängnis und hört mit den Bewährungsstrafen auf. Diese Bänker sind eine organisierte Verbrecherbande, wir haben ihnen tür und Tor weit geöffnet und sllten diese schnellstens wieder schliessen.
robert.c.jesse 25.07.2015
3. Gauner wohin der Wind auch weht...
Wer immer dieses Geschäftmodell mit den CO2-Zertifikaten ausgedacht hat, war ein Finanzgenie/Spekulant aber keineswegs ein Umweltschützer mit guten Absichten. Das diese Papiere jemals etwas dazu beigetragen haben unser Klima in irgendeiner Weise zu stabilisieren ist ein Witz. Wohl eher Betrug und Augenwischerei vom Anfang an. Die globale Situation des Klimas hat sich dramatisch verschlechtert. Dieser Handel gehört sofort getoppt!!!
mattoregiert 25.07.2015
4. Die Deutsche Bank
scheint sich zum Synonym für bankentypische Kriminatität hochgearbeit zu haben !
franz.v.trotta 25.07.2015
5. Man kann es kaum glauben
Ausgerechnet den Boss dieses Vereins machte unsere Kanzlerin zum Chefberater während der Finanzkrise.
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