Kapitalerhöhung Arabische Allianz schielt auf Deutsche Bank

Die Pläne für eine Kapitalerhöhung ausländischer Investoren bei der strauchelnden Deutschen Bank werden konkreter. Neben Katar und Abu Dhabi steht ein chinesischer Investor bereit. Für Bankchef Cryan könnte es eng werden.

Deutsche-Bank-Großaktionär Hamad Bin Jassim
REUTERS

Deutsche-Bank-Großaktionär Hamad Bin Jassim

Von manager-magazin-Autor


Weitere arabische Investoren liebäugeln nach Informationen des manager-magazins mit einem Einstieg bei der Deutschen Bank Chart zeigen. Sollte das Geldhaus sein Kapital erhöhen müssen, um die mutmaßlich milliardenhohen Bußgelder für Rechtsverstöße zu bezahlen, wären die Staatsfonds von Katar und Abu Dhabi bereit, Aktien zu zeichnen. Auch ein Investor aus China stehe parat, berichtet das Magazin unter Berufung auf Bankenkreise in seiner neuen Ausgabe, die am Freitag erscheint.

Wie der SPIEGEL bereits berichtete, wollen vor allem Katars Ex-Premier Hamad Bin Jassim Bin Jabor Al-Thani und sein Cousin Hamad Bin Khalifa Al-Thani ihren Einfluss stärken. Einschließlich Optionen halten die Vettern zusammen jetzt schon rund zehn Prozent an der Deutschen Bank Chart zeigen. Bei einer Kapitalerhöhung in größerem Umfang wären sie bereit, ihren Anteil bis auf 25 Prozent hochzuschrauben - allerdings zusammen mit den Investoren aus Katar, Abu Dhabi und China.

Am Investmentbanking will die Investorengruppe festhalten, nicht aber zwingend an Vorstandschef John Cryan: Der CEO, dem Führungsstärke abgesprochen wird, gilt als ebenso gefährdet wie IT-Chefin Kim Hammonds und weitere Topmanager. Beraten werden die beiden Al-Thanis von Michele Faissola, Ex-Vermögensverwaltungschef der Deutschen Bank.

Für die Beilegung weiterer Rechtsstreitigkeiten hat die Deutsche Bank 5,5 Milliarden Euro beiseitegelegt. Das Geld ist vor allem für Bußen im Zusammenhang mit dem Verkauf fauler Hypothekenkredite sowie möglicher Geldwäsche in Russland reserviert. Derzeit werden beide Fälle von Aufsichtsbehörden in den USA und Großbritannien untersucht.

Allein für die dubiosen Kreditverkäufe hat das US-Justizministerium eine Strafe von 12,5 Milliarden Euro aufgerufen. Die Deutsche Bank verhandelt momentan mit den Amerikanern über eine deutliche Reduzierung der Summe; im Konzern wächst die Zuversicht, deutlich billiger und damit ohne Kapitalerhöhung davonzukommen. Mit dem Abschluss der Verhandlungen wird noch vor den US-Präsidentschaftswahlen am 8. November gerechnet.

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dr. ch. bernhart 20.10.2016
1. von Anbeginn geplant
damit die günstig zu den Aktien kommen, hat das US Ministerium die Klage lanciert. so läuft das heute
sotomajor 20.10.2016
2. Heimlichtuerei
Warum wird verheimlicht das die Deutsche bank schon lange von sogenannten Investoren übernomen ist ? Die Mehrheiten haben sich schon vor den Krisen eklatant verschoben. Deshalb nämlich geht es gegen unser land und es folgt Jobabbau und Auslagerung. Wenn sogar Fussballclubs schon in der Hand von Investoren sind, braucht sich keiner mehr wundern das es die Banken und Konzerne schon vorher waren ! Die Lobbyistenpolitik spielt hier die Geige, die Diener und Konformisten des Geldes !
Nordstadtbewohner 20.10.2016
3. Einen kühlen Kopf bewahren.
Zitat von sotomajorWarum wird verheimlicht das die Deutsche bank schon lange von sogenannten Investoren übernomen ist ? Die Mehrheiten haben sich schon vor den Krisen eklatant verschoben. Deshalb nämlich geht es gegen unser land und es folgt Jobabbau und Auslagerung. Wenn sogar Fussballclubs schon in der Hand von Investoren sind, braucht sich keiner mehr wundern das es die Banken und Konzerne schon vorher waren ! Die Lobbyistenpolitik spielt hier die Geige, die Diener und Konformisten des Geldes !
Die Deutsche Bank ist bereits seit 1870 (!) ein internationaler Konzern mit internationalen Eigentümern. Das ist nichts Schlimmes und völlig normal in einer globalisierten Welt. Ebenso ist die geplante Kapitalerhöhung und das Hinzuziehen von neuen internationalen Investoren absolut folgerichtig. Sie leben in der Vergangenheit. Es ist nicht der Hauptauftrag der Deutschen Bank, Arbeitsplätze in Deutschland zu schaffen, sondern für Eigentümer und Kunden Renditen einzufahren. Nicht mehr und auch nicht weniger. Da momentan die Gelegenheit günstig ist: Warum werden Sie nicht Miteigentümer der Deutschen Bank? Die Aktien sind momentan sehr günstig zu haben. Werden Sie DB-Aktionär und bestimmen Sie den Unternehmenskurs mit.
coldwarrior 20.10.2016
4. Nicht systemrelevant
Sollen die Araber bei dem Laden einsteigen. Für das tägliche Leben der Bürger leisten Sparkassen und Volksbanken den Bürgern genauso schlechte Dienste.
Flari 20.10.2016
5.
Zitat von dr. ch. bernhartdamit die günstig zu den Aktien kommen, hat das US Ministerium die Klage lanciert. so läuft das heute
Aber was hat das "US-Ministerium" davon, dass sich Katar, Abu Dhabi und ein chinesischer Investor bei der Deutschen Bank einkaufen?
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