Nach Druck der Aufsicht Deutsche-Bank-Aufsichtsrat geht nach nur zwei Monaten

Die Finanzaufsicht lehnt Jürg Zeltner als Aufsichtsrat bei der Deutschen Bank ab. Der ehemalige UBS-Vorstand verlässt deshalb nach nur wenigen Monaten das Gremium.

Jürg Zeltner: Er will nicht auf seinen Posten bei der KBL verzichten
Arnd Wiegmann / REUTERS

Jürg Zeltner: Er will nicht auf seinen Posten bei der KBL verzichten


Die Deutsche Bank muss schon wieder Ersatz für einen erst vor wenigen Wochen besetzten Aufsichtsratsposten suchen. Jürg Zeltner werde unter keinen Umständen auf seinen Chefposten bei der Bankengruppe KBL verzichten, um etwaige Interessenskonflikte zu vermeiden, heißt es in seinem Umfeld. Daher werde der Schweizer seinen erst im August angetretenen Posten beim Frankfurter Finanzkonzern niederlegen.

Hintergrund ist, dass die Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie die deutsche Finanzaufsicht BaFin signalisieren, Zeltner müsse sich für eine der beiden Aufgaben entscheiden. KBL und Deutsche Bank konkurrieren in mindestens einem Geschäftsfeld miteinander: Im Wealth Management buhlen beide Institute um vermögende Kunden.

Die Angelegenheit ist für alle Beteiligten peinlich. Die Deutsche Bank hat es versäumt, die Aufsichtsbehörden im Vorfeld von Zeltners Bestellung davon zu überzeugen, dass etwaige Interessenkonflikte lösbar sind.

Nun müssen sich die beiden Großinvestoren aus Katar, die zusammen mindestens sechs Prozent an der Deutschen Bank halten, einen neuen Gewährsmann im Aufsichtsrat suchen: Dem Vernehmen nach schauen sie bereits nach einem Nachfolger für Zeltner. Zudem dringen sie darauf, dass Aufsichtsratschef Paul Achleitner sein Amt vorzeitig niederlegt.

baz



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.