Gegen Geldwäsche und Terrorfinanzierung Deutsche Bank bekommt Sonderaufpasser vorgesetzt

Die Finanzaufsicht BaFin setzt bei der Deutschen Bank einen Sonderbeauftragten ein. Dieser soll gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung vorgehen und das Institut überwachen - ein einmaliger Vorgang in Deutschland.
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Foto: Michael Probst/ AP

Die Finanzaufsicht BaFin greift bei der Deutschen Bank in puncto Geldwäscheprävention härter durch. Die Aufseher teilten mit, die Behörde werde künftig einen Sonderbeauftragten bei dem größten deutschen Institut einsetzen. Dieser solle die Umsetzung der von der BaFin angeordneten Maßnahmen zur Prävention von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung überwachen.

"Es ist das erste Mal, dass die BaFin eine solche aufsichtliche Maßnahme bei einer Bank im Bereich der Geldwäscheprävention anordnet", hieß esin einer Mitteilung der Behörde . Sie erfolge zusammen mit der Anordnung an die Bank, angemessene interne Sicherungsmaßnahmen zu ergreifen und allgemeine Sorgfaltspflichten einzuhalten.

"Wir haben den Anspruch, dass die Prozesse zur Identifizierung unserer Kunden den regulatorischen Anforderungen in jeder Hinsicht gerecht werden", sagte ein Sprecher der Deutschen Bank. "Wir stimmen mit der BaFin darin überein, dass wir diese Prozesse in der Unternehmens- und Investmentbank weiter verbessern müssen."

Die Bank arbeite gemeinsam mit der Finanzaufsicht und der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG als Sonderbeauftragter daran, "die regulatorischen Anforderungen schnellstmöglich und im vorgegebenen Zeitrahmen zu erfüllen", sagte der Sprecher weiter.

Geldwäschekontrollen sollen effizienter werden

Das Institut hatte erst vor wenigen Tagen mitgeteilt, dass es einen Ersatz für seinen bisherigen obersten Anti-Geldwäschebeauftragten gefunden hat: Stephan Wilken arbeitet seit 24 Jahren als Risikomanager für das größte deutsche Geldhaus. Wilkens Vorgänger Philippe Vollot geht zu der von einem Geldwäscheskandal erschütterten dänischen Danske Bank und zieht dort in den Vorstand ein.

Auf Wilken wartet viel Arbeit: Die Geldwäschekontrollen bei dem Institut funktionieren trotz einiger Fortschritte noch längst nicht so, wie es sich die Bank selbst wünscht. Beispielsweise gibt es nach wie vor Probleme bei der Identifizierung von Kunden - einer wichtigen Voraussetzung, um Geldwäschefälle aufzudecken und sie dann effizient verfolgen zu können.

cop/Reuters/dpa