Deutsche Bank Siemens-Chef Löscher soll in den Aufsichtsrat

Der Machtkampf bei der Deutschen Bank ist entschieden: Der Aufsichtsrat des Instituts hat ein umfangreiches Personalpaket abgesegnet. Das Institut beruft drei neue Vorstände - gleichzeitig soll Siemens-Chef Peter Löscher in das Kontrollgremium von Deutschlands größtem Geldhaus.

Siemens-Chef Löscher: Der 54-Jährige wird Ende Mai zur Wahl aufgestellt
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Siemens-Chef Löscher: Der 54-Jährige wird Ende Mai zur Wahl aufgestellt


Frankfurt am Main - Der Aufsichtsrat der Deutschen Bank hat einen radikalen Umbau der Chefetage gebilligt. Risikovorstand Hugo Bänziger und Personalvorstand Hermann-Josef Lamberti verlassen das Institut zum 31. Mai 2012 vorzeitig, wie die Bank mitteilte. Im Gegenzug werden drei langjährige Manager des Instituts in den Vorstand berufen:

  • der Investmentbanker Stephan Leithner ist künftig für Personal, Recht und das Europa-Geschäft verantwortlich,
  • der Investmentbanker Henry Ritchotte managt das operative Geschäft (COO) und die IT,
  • der Schotte Stuart Lewis wird Risikochef.

Damit schaffen die ab Juni amtierenden neuen Chefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen Fakten. Auf ihren Favoriten für den Posten des Risikovorstands, William Broeksmit, müssen sie allerdings verzichten. Die Finanzaufsicht BaFin blockierte die Personalie überraschend. Die Pläne für den Konzernumbau waren bereits vor einigen Tagen durchgesickert.

Auch der Aufsichtsrat von Deutschlands größtem Geldhaus wird umgebaut. Siemens-Chef Peter Löscher soll dort bald sitzen. Das Kontrollgremium wolle den 54-Jährigen bei der Hauptversammlung Ende Mai zur Wahl stellen, teilte die Deutsche Bank mit.

Gleichzeitig soll dann der bisherige Allianz-Finanzvorstand Paul Achleitner an die Spitze des Kontrollgremiums rücken. Zudem soll der Vorstand des Haniel-Konzerns, Klaus Trützschler, die Deutsche Bank künftig überwachen. Ausscheiden werden der bisherige Vorsitzende Clemens Börsig und die Manager Maurice Lévy und Theo Siegert.

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Machtkampf bei der Deutschen Bank: Wer aufsteigt, wer gehen muss

ssu/dpa/Reuters

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eulenspiegel_neu 16.03.2012
1. Machtkampf DeuBa
Zitat von sysopAFPDer Machtkampf bei der Deutschen Bank ist entschieden: Der Aufsichtsrat des Instituts hat ein umfangreiches Personalpaket abgesegnet. Das Institut beruft drei neue Vorstände - gleichzeitig drängt Siemens-Chef Peter Löscher in das Kontrollgremium von Deutschlands größtem Geldhaus. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,821785,00.html
Zwischen der Ära Abs und den derzeitigen Zuständen liegen Welten. Wenn erst die Investmentbanker, die im Grunde von normalen Bankgeschäften wenig halten, an die Macht in der DeuBa gelangen, sollte die BaFin für dieses Institut eine EK-Quote von 25 % fordern ....
inqui 16.03.2012
2. Werter Eulenspiegel,
Zitat von eulenspiegel_neuZwischen der Ära Abs und den derzeitigen Zuständen liegen Welten. Wenn erst die Investmentbanker, die im Grunde von normalen Bankgeschäften wenig halten, an die Macht in der DeuBa gelangen, sollte die BaFin für dieses Institut eine EK-Quote von 25 % fordern ....
solange brauch man nicht zurückblicken. Ich fing in der Ära Herrhausen bei der DeuBa an, und kann Ihnen versichern, es kommt einem das Grausen.
Koana 17.03.2012
3. Im Wandel der Zeit
Zitat von sysopAFPDer Machtkampf bei der Deutschen Bank ist entschieden: Der Aufsichtsrat des Instituts hat ein umfangreiches Personalpaket abgesegnet. Das Institut beruft drei neue Vorstände - gleichzeitig drängt Siemens-Chef Peter Löscher in das Kontrollgremium von Deutschlands größtem Geldhaus. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,821785,00.html
Es lebe die Hochleistungsgesellschaft! Sind wir doch ehrlich! Wir lieben Hochleistung, wir beneiden die Hochleistungsmenschen, wir streben nach Hochleistung. Das Dumme ist, wir kapieren nicht was das ist - Hochleistung. Alt und von Schmerzen geplagt betten wir dann eines Tages um unsere Ration Schmerzmittel - die Paliativkraft kommt nicht - es kommt der Vertreter der Deutschen Bank, er legt uns einen Abtretungsvertrag für das kleine Häuschen vor - bitte hier unterschreiben, dann erhalten sie Ihre Medikamente - oder hier, dann bleibt ihren Kindern die Hälfte - und sie erhalten ein Medikament. Der Träger des Formulars erhält das 10 fache an Leistungslohn dessen, was die Pflegekraft erhält, der Chef des Trägers erhält das 1000fache. Wir unterschreiben - die einen hier, die anderen dort. Es lebe die Hochleistungsgesellschaft!
eigene_meinung 17.03.2012
4. Nsn
Hat Löscher nicht genug zu tun? Solle er sich nicht endlich auch um die Siemens-Töchter kümmern? Nokia Siemens Networks, das derzeit von einem völlig überforderten Vorstand geleitet wird, benötigt dringendst Aufsicht, um zu retten, was nach den unseligen Ankündigungen des Herrn Suris noch zu retten ist. Sehr geehrter Herr Löscher, die Deutsche Bank wird auch ohne Sie überleben. Aber Nokia Siemens Networks braucht Sie j e t z t ! Vielen Dank
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