Geldhaus in der Krise Regierung dementiert Rettungsplan für Deutsche Bank 

Die Krise der Deutschen Bank schürt Spekulationen. Laut "Zeit" arbeitet die Bundesregierung an einem Notfallplan, um das Geldhaus zu retten. Das Finanzministerium weist den Bericht zurück.

John Cryan
AFP

John Cryan


Arbeiten die deutschen Behörden an einem staatlichen Rettungsplan für die kriselnde Deutsche Bank Chart zeigen - oder nicht? Laut einem Bericht der Wochenzeitung "Die Zeit" soll die Bundesregierung jedenfalls einen Notfallplan für das angeschlagene Kreditinstitut vorbereiten.

Der Zeitung zufolge sollen hochrangige Beamte in Berlin, Brüssel und Frankfurt mit einem entsprechenden Konzept betraut sein. Der Plan solle in Kraft treten, falls das Institut zusätzliches Kapital benötige, um seine zahlreichen Rechtsstreitigkeiten beizulegen und sich diese Mittel nicht selbst am Markt besorgen könne.

Der Plan sehe unter anderem vor, dass die Deutsche Bank im Fall der Fälle Teile ihres Geschäfts an andere Finanzinstitute verkauft. Im äußersten Notfall würde sich auch der Staat direkt an der Bank beteiligen. Bislang handele es sich aber nur um Planspiele. Die Regierung hoffe weiter darauf, dass die Bank ohne Unterstützung auskommt. Auf welche Quellen sich der Bericht stützt, gab die "Zeit" nicht preis.

Die europäische Bankenabwicklungsbehörde in Brüssel wollte sich nicht zu den Marktspekulationen äußern. Eine Sprecherin des Bundesfinanzministeriums wies den Bericht entschieden zurück: "Diese Meldung ist falsch. Die Bundesregierung bereitet keine Rettungspläne vor. Anlass für derartige Spekulationen gibt es nicht. Die Bank hat dies ausdrücklich klargestellt." Die Bundesregierung werde "jetzt nicht in szenarische Erörterungen hypothetischer Szenarien einsteigen". Mögliche Krisentreffen im Finanzministerium wollte der Sprecher weder bestätigen, noch dementieren. Es sei bekannt, "dass wir über interne Gespräche nicht berichten."

Die Nachrichtenagentur Reuters verbreitete ein Dementi aus Kreisen der deutschen Finanzaufsicht BaFin - und stützt sich dabei auf zwei mit dem Vorgang vertraute, namentlich aber nicht genannte Personen. Zu den Spekulationen um einen staatlichen Rettungsplan für die Deutsche Bank sagte einer der Reuters-Insider: "So etwas gibt es nicht."

Deutsche-Bank-Chef John Cryan hatte erst kürzlich gesagt, Staatshilfen seien kein Thema. Auch die Frage einer Kapitalerhöhung stelle sich derzeit nicht. Nach den neuen Abwicklungsregeln in Europa würden ohnehin zuerst Eigentümer und Gläubiger zur Kasse gebeten, um ein Institut zu retten. Sollte dies nicht reichen, kann im äußersten Notfall der Staat einspringen.

beb/dpa/Reuters

insgesamt 92 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
localpatriot 28.09.2016
1. Ein Job fuer die Kanzlerin und den Wirtschaftsminister
Etwas wichtigeres als das Deutsche Bank Problem gibt es in Berlin überhaupt nicht. Sollte diese Regierung zu mutlos sein hier einzuschreiten, dann könnte das wieder ein Ereignis fuer die Versagerliste dieser Regierung werden. Ein starke und grosse Bank ist ein wesentlicher Verbündeter in den Exportgeschäften der Grossfirmen. Leider versteht das weder die Journalisten, noch die Forumsteilnehmer. Die Rolle dieser Banken wird wohl in Frankreich, der Schweiz, Japan, Korea und Japan verstanden. Deutschland hat sonst keine unter den 20 grossen Bankhäusern der Welt im eigenen Land, was man selbst schon als Versager bezeichnen kann. Hoffentlich kümmert man sich in Berlin ein bisschen obwohl man nicht erwarten kann dass jemand das Problem kapiert.
erntehelfer53 28.09.2016
2. Der deutsche Staat....
..... kann nicht nur, er musste Deutsche Bank retten. Diese Kosten betragen nur einen Bruchteil der jährlichen Kosten für die Migranten. Von mir aus sollten weiterhin Boni in Millionenhöhe gezahlt werden, ohne eine deutsche Großbank leidet der Export!
Es sei gesagt... 28.09.2016
3. Bevor die Steuerzahler
den ersten Euro zur Rettung geben, müssen die Aktionäre den letzten investierten Euro verloren haben.
treuhand333 28.09.2016
4. Wenn
der Bank das volle Vertrauen ausgesprochen wird, kann man wohl kaum an der Seriosität zweifeln.
nano-thermit 28.09.2016
5. Pleite gehen lassen.
Andere Unternehmen gehen auch pleite. Deregulierung, Casino, Privatisierung der Gewinne aber Verluste verstaatlichen? Keine Kontrolle, aber das volk darf zahlen? Was soll den das für ein Verständnis von Kapitalismus sein? Wie Volker Pispers sagt, wir sind krank und haben Kapitalismus im Endstadium.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.