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Drohende US-Rekordstrafe

Keine Staatshilfe für Deutsche Bank - Aktie stürzt ab

Die Bundesregierung hat klargestellt: Trotz der drohenden Rekordstrafe in den USA erhält die Deutsche Bank keine Staatshilfe. Eine Kapitalerhöhung wird nun immer wahrscheinlicher. Die Aktie fällt um gut sechs Prozent.

Max Rumpenhorst / DPA

Bankenstadt Frankfurt am Main

Montag, 26.09.2016   14:48 Uhr

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Die Bundesregierung erwägt keine Staatshilfen an die Deutsche Bank. "Es gibt keinen Anlass für solche Spekulationen, wie sie da angestellt werden, und die Bundesregierung beteiligt sich auch an solchen Spekulationen nicht", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert .

Das Magazin "Focus" hatte berichtet, Kanzlerin Angela Merkel (CDU) habe Bankchef John Cryan bei einem vertraulichen Treffen im Sommer signalisiert, dass die Regierung nicht bereit sei, dem größten deutschen Geldhaus mit Staatshilfen unter die Arme zu greifen. Die Bank teilte dazu mit: "John Cryan hat zu keinem Zeitpunkt die Bundeskanzlerin darum gebeten, dass die Regierung im Hypothekenverfahren mit dem amerikanischen Justizministerium interveniert."

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Im Konflikt um US-Hypothekengeschäfte hatte das amerikanische Justizministerium kürzlich eine Strafe von 14 Milliarden Dollar angedroht, die die Rückstellungen der Deutschen Bank um ein Vielfaches übersteigt. Der Konzern geht davon aus, die Summe in den Verhandlungen noch drücken zu können. Dabei handelt es sich aber nur um einen von Hunderten Rechtsstreitigkeiten. Weitere 2,5 Milliarden Dollar Strafe drohen aus den USA für die Beteiligung der Bank an Geldwäsche in Russland.

Gerüchte über eine Kapitalerhöhung

Einig sind sich die meisten Experten, dass die Kapitalreserven der Deutschen Bank nicht reichen würden, wenn die Strafzahlungen deutlich über den bisherigen Rückstellungen lägen. Im Markt kursieren deshalb Spekulationen über eine Kapitalerhöhung. Die Gerüchte haben am Montag die Aktien des Instituts auf ein Rekordtief gedrückt. Die Titel fielen um 6,4 Prozent auf 10,68 Euro.

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Regierungssprecher Seibert nahm auch zu den laufenden Gesprächen von Vertretern des Geldinstituts mit den amerikanischen Justizbehörden Stellung. Die Bundesregierung wisse, dass sich das US-Justizministerium mit anderen Kreditinstituten in der Vergangenheit auf Vergleiche geeinigt habe. Die Bundesregierung gehe davon aus, "dass auch hier ein faires Ergebnis erzielt wird".

msc/Reuters/dpa

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