Drohende US-Rekordstrafe Keine Staatshilfe für Deutsche Bank - Aktie stürzt ab

Die Bundesregierung hat klargestellt: Trotz der drohenden Rekordstrafe in den USA erhält die Deutsche Bank keine Staatshilfe. Eine Kapitalerhöhung wird nun immer wahrscheinlicher. Die Aktie fällt um gut sechs Prozent.

Bankenstadt Frankfurt am Main
Max Rumpenhorst / DPA

Bankenstadt Frankfurt am Main


Die Bundesregierung erwägt keine Staatshilfen an die Deutsche Bank. "Es gibt keinen Anlass für solche Spekulationen, wie sie da angestellt werden, und die Bundesregierung beteiligt sich auch an solchen Spekulationen nicht", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert .

Das Magazin "Focus" hatte berichtet, Kanzlerin Angela Merkel (CDU) habe Bankchef John Cryan bei einem vertraulichen Treffen im Sommer signalisiert, dass die Regierung nicht bereit sei, dem größten deutschen Geldhaus mit Staatshilfen unter die Arme zu greifen. Die Bank teilte dazu mit: "John Cryan hat zu keinem Zeitpunkt die Bundeskanzlerin darum gebeten, dass die Regierung im Hypothekenverfahren mit dem amerikanischen Justizministerium interveniert."

Im Konflikt um US-Hypothekengeschäfte hatte das amerikanische Justizministerium kürzlich eine Strafe von 14 Milliarden Dollar angedroht, die die Rückstellungen der Deutschen Bank um ein Vielfaches übersteigt. Der Konzern geht davon aus, die Summe in den Verhandlungen noch drücken zu können. Dabei handelt es sich aber nur um einen von Hunderten Rechtsstreitigkeiten. Weitere 2,5 Milliarden Dollar Strafe drohen aus den USA für die Beteiligung der Bank an Geldwäsche in Russland.

Gerüchte über eine Kapitalerhöhung

Einig sind sich die meisten Experten, dass die Kapitalreserven der Deutschen Bank nicht reichen würden, wenn die Strafzahlungen deutlich über den bisherigen Rückstellungen lägen. Im Markt kursieren deshalb Spekulationen über eine Kapitalerhöhung. Die Gerüchte haben am Montag die Aktien des Instituts Chart zeigen auf ein Rekordtief gedrückt. Die Titel fielen um 6,4 Prozent auf 10,68 Euro.

Regierungssprecher Seibert nahm auch zu den laufenden Gesprächen von Vertretern des Geldinstituts mit den amerikanischen Justizbehörden Stellung. Die Bundesregierung wisse, dass sich das US-Justizministerium mit anderen Kreditinstituten in der Vergangenheit auf Vergleiche geeinigt habe. Die Bundesregierung gehe davon aus, "dass auch hier ein faires Ergebnis erzielt wird".

msc/Reuters/dpa

insgesamt 196 Beiträge
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kevinschmied704 26.09.2016
1. ja die regierung weiss halt, das die bürger ein weiteres notpaket nicht dulden würde.
sonst verlieren sie noch mehr stimmen. ;)
latrodectus67 26.09.2016
2. Spekulationen
Na dann warten wir mal ab, wie sich die Deutsche Bank noch entwickelt. Hätte jemand 2007 Angela Merkel zur Hypo Real Estate gefragt, hätte sie wahrscheinlich Spekulationen auch zurückgewiesen. Knapp 180 Milliarden Euro später spricht niemand mehr davon. Es ist aber nicht abzusehen, dass im aktuellen Niedrigzins Finanzmarkt sich die Deutsche Bank noch erholt, sondern eher dass irgendeine dumme Kleinigkeit das Schiff zum sinken bringt.
wastl300 26.09.2016
3. Q3/4
Die roten Balken am Jahresende sind wohl die Provisionen und Dividendenzahlungen? http://www.wiwo.de/unternehmen/banken/banker-gehalt-viel-geld-fuer-wenig-leistung/11837992.html
Gartenweg 26.09.2016
4.
Staatshilfen für Banken sind echt ein Witz. Und das Geld für die Hilfen kann sich der Staat dann wieder von den Banken leihen, die es mit der Geldschöpfung aus dem Nichts erschaffen. Super.
ayberger 26.09.2016
5. Laßt den Laden jammern und bluten,
die haben genug abgesahnt - Anteilseigner wie Personal - die Menschen in der heimischen Stahl- und Werftindustrie mußten auch ins berufliche Gras beißen, wer hat sich darum gekümmert ...
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