Vorstandsvergütung Sieben Millionen Euro Gehalt für Deutsche-Bank-Chef Sewing

Bei der Deutschen Bank fließt das Geld wieder - zumindest was die Gehälter betrifft. Für 2018 streicht Konzernchef Sewing sieben Millionen Euro ein. Insgesamt schüttet das kriselnde Institut fast zwei Milliarden Euro Boni aus.

Christian Sewing (Archiv)
REUTERS

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Der Vorstandschef der Deutschen Bank, Christian Sewing, hat im vergangenen Jahr sieben Millionen Euro Gehalt bekommen. Das geht aus dem Geschäftsbericht der Bank hervor. Im Vorjahr hatte er nur 2,9 Millionen Euro verdient - damals musste der Vorstand wegen hoher Verluste noch auf Bonuszahlungen verzichten.

Von den sieben Millionen Euro, die Sewing für 2018 bekam, waren knapp 3,3 Millionen Euro Fixgehalt - der Rest geht auf variable Vergütungen zurück. Der 48-Jährige ist seit 2015 im Vorstand der Deutschen Bank. Am 8. April vergangenen Jahres übernahm er das Amt von seinem glücklosen Vorgänger John Cryan, der es in seinen knapp drei Jahren an der Spitze der Bank nicht geschafft hat, das Institut zukunftssicher aufzustellen.

Cryan erhielt für das Jahr 2018, in dem er lediglich noch drei Monate für die Bank gearbeitet hatte, eine Gesamtvergütung von 1,9 Millionen Euro. Zudem bekommt er eine Abfindung von knapp 8,7 Millionen Euro. Hinzu kommt eine vertraglich festgelegte Entschädigung für ein Verbot in einem bestimmten Zeitraum zu einem Wettbewerber zu gehen in Höhe von 2,2 Millionen Euro.

Mit dem Verdienst von sieben Millionen Euro war Sewing im vergangenen Jahr aber nicht der Deutsche-Bank-Vorstand mit dem höchsten Gehalt. Diese Position nimmt Garth Ritchie ein, der stellvertretende Vorstandschef und Leiter der Unternehmens- und Investmentbank. Er bekam für 2018 eine Gesamtvergütung von 8,6 Millionen Euro nach 3,25 Millionen Euro im Vorjahr - allerdings sind drei Millionen Euro davon darauf zurückzuführen, dass er die Verantwortung für die komplexen und schwierigen Vorbereitungen der Bank auf den Brexit trägt.

Mögliche Filialschließungen bei Bankenfusion

Die Deutsche Bank hatte 2018 erstmals seit 2014 wieder Geld verdient. Allerdings blieb der Gewinn mit 341 Millionen Euro weit hinter dem der meisten Konkurrenten zurück. Im Jahr zuvor hatte noch ein Verlust von 735 Millionen Euro zu Buche gestanden. Die Bank kämpft zudem weiter vor allem mit schwachen Erträgen an den Kapitalmärkten und zu hohen Kosten.

Sewing hat die Zahl der Vollzeitstellen schon kräftig reduziert - auf zuletzt 91.737 - und will weiter Personal abbauen. Zudem führt er vor allem auf Druck der Politik aktuell Fusionsgespräche mit der Commerzbank. Dabei könnten Schätzungen zufolge insgesamt bei beiden Banken bis zu 30.000 Stellen wegfallen.

Trotz dieser schwieriger Gesamtlage bleiben die Gehälter bei der Deutschen Bank insgesamt hoch. So schüttete der Konzern laut Geschäftsbericht für das zurückliegende Jahr allein 1,9 Milliarden Euro an Boni aus. Zum Vergleich: Im Jahr zuvor waren es 2,3 Milliarden Euro - allerdings hatte die Bank damals auch noch mehr Mitarbeiter.

Auch die Gesamtvergütung für alle Beschäftigten liegt mit 10,6 Milliarden Euro ähnlich hoch wie in den vergangenen Jahren.

brt/stk/dpa/Reuters

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kzs.games 22.03.2019
1. verdient
ich bin nach wie vor der Meinung - jeder bekommt das, was er für die Wirtschaft wert ist. und wer hier neidet - arbeitet ihr auch 80 Stunden die Woche und habt früher nur gelernt/studiert
uli_san 22.03.2019
2. Ich stimme Ihnen zu,
Zitat von kzs.gamesich bin nach wie vor der Meinung - jeder bekommt das, was er für die Wirtschaft wert ist. und wer hier neidet - arbeitet ihr auch 80 Stunden die Woche und habt früher nur gelernt/studiert
wenn man das, was man verdient, der Firma einbringt und ein Vielfaches dazu, ist das Gehalt in Ordnung. Dennoch ist es schwer vermittelbar, dass jemand heruntergerechnet täglich (von Montag bis Sonntag) 20.000 Euro bekommt, wenn gleichzeitig die Gehälter der "normalen" Mitarbeiter praktisch über Jahre eingefroren sind. Ist halt ein zweischneidiges Schwert mit den Vergütungen und Boni.
meinerlei 22.03.2019
3. Weiterhin überbezahlte Versager
Die Eigenkapitalrendite der Deutschen Bank ist weiterhin ein schlechter Witz, erfüllt nicht einmal Mindestanforderungen. Einen Bonus darf es aber nur für überdurchschnittliche Leistung geben. Die sind ausweislich der Bilanz nicht vorhanden, weshalb es wie schon seit vielen Jahren darauf hinausläuft, dass die Angestellten letztlich die Bank aussaugen, auf Kosten der stets leer ausgehenden Eigentümer (=Aktionäre).
Freidenker10 22.03.2019
4.
Zitat von kzs.gamesich bin nach wie vor der Meinung - jeder bekommt das, was er für die Wirtschaft wert ist. und wer hier neidet - arbeitet ihr auch 80 Stunden die Woche und habt früher nur gelernt/studiert
Immer wieder nett das Märchen der 80 Std Woche! Glauben Sie er könnte die 80 Std Woche auch als Dachdecker, Krankenpfleger oder Polizist arbeiten? Und bei einem Gewinn von 341 Millionen Euro schon wieder 2 Milliarden Euro an Bonis zu verteilen gibts wirklich nur im Bankgewerbe! Die Selbstverständlichkeit mit der die Selbstbedienungsmentalität der Bankster hingenommen wird haut mich echt jedes mal aufs neue um! Selbst wenn die Bank pleite gehen würde bekämen die mit Sicherheit noch einen Boni...
BorisBombastic 22.03.2019
5. Verantwortung für die komplexen und schwierigen Vorbereitungen zum B??
Ja was soll das denn? Bevor das aber wieder in die typische Neiddebatte mündet , fragt Mann sich doch immer wieder ja wo ist denn da eine Verantwortung. Haften die mit ihrem Privatvermögen, müssen die Gehäter wieder zurückgegeben werden, wenn wieder was schief läuft? Mir kommt bei diesen Vergütungen von veremindlichen Spitzenmanagern immer wieder der gleiche Verdacht auf: Banken sind systemrelevante Selbstbedienungsorganisationen - Die Manager skrupellos wenn es darum geht die Gemaschine im Gang zu halten. Mitarbeiterkarrieren vernichten, Fusionsfanatsien, Anlagebetrug , Steuerhinterziehung, Cumex usw.
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